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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Jung trifft Alt im Knast Resozialisierung statt Wegsperren Miriam Scharlibbe

Sie waren jung, fast noch Kinder, als sie ihr
Leben und das ihrer Opfer zerstörten – die Männer, die im Herforder
Jugendgefängnis sitzen, haben schwere Straftaten begangen: Raub,
Körperverletzung, Totschlag. Im Gefängnis erhalten sie eine zweite
Chance für eine Therapie und Ausbildung. Das fordert unser heutiges
Justizsystem. Und das ist richtig. Auch wenn die Opfer und ihre
Familien das verständlicherweise anders sehen. Noch vor Jahren wurden
Straftäter einfach weggesperrt. Wer einem anderen das Leben nahm,
hatte sein Recht auf ein eigenes verwirkt. Aber auch damals war
lebenslänglich eben oft begrenzt. Und wenn diese Menschen entlassen
wurden, war der Weg nicht weit bis zur nächsten Straftat. Das
beweisen die langen Knast-Karrieren der älteren Häftlinge aus
Detmold. Darum ist es richtig, dass Straftäter heute auf die Zeit
nach dem Knast vorbereitet werden. Ob sie das verdient haben, ist
nicht die Frage, aber es ist sicher eine vielversprechende
Möglichkeit, neue Straftaten zu verhindern. Der Austausch mit älteren
Insassen sollte grundsätzlich dazugehören. Denn ein Mensch, der sein
halbes Leben im Gefängnis war, kann einen Jugendlichen manchmal
besser aufrütteln als jeder Polizist.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Weitere Informationen unter:
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