2500 TYPO3-Server kommunizieren untereinander – iVeins realisiert verteiltes GTÜ-Informationssystem mit TYPO3

Die GTÜ (Gesellschaft für technische Überwachung) aus Stuttgart ist die größte amtlich anerkannte Kfz-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger. GRIPS steht für „GTÜ Recherche- und Informationssystem für Prüfingenieure und Sachverständige“ und dient als Nachschlagewerk für den täglichen Gebrauch. Es enthält Prüfanweisungen, technischen Informationen, Vorlagen, Formulare etc., die für Kfz-Untersuchungen in Werkstätten und Autohäusern vor Ort benötigt werden.

Die iVeins GmbH, TYPO3-Spezialist aus Waiblingen bei Stuttgart, wurde 2007 damit beauftragt, das zum damaligen Zeitpunkt mit einem HTML-Editor und statischen HTML-Seiten betriebene System auf ein Content Management System umzustellen. Mit dem lizenzfreien CMS TYPO3 waren die Vorgaben am Besten lösbar:
– Einfache Installation und Betrieb auf 2500 Windows-Notebooks mit kompletten XAMPP-Paketen
– Kommunikation der Systeme nicht als reine Online-Lösung wegen mangelnder DSL-Verfügbarkeit, vor allem in ländlichen Gegenden
– Simples Roll-Out und Betrieb, bei Problemen kann das System einfach neu gestartet werden
-Anbindungsmöglichkeit der bestehenden Oracle-Datenbank

In Phase 1 wurde das System auf das neue TYPO3 GRIPS umgestellt, mit vollem Funktionsumfang der alten Lösung, jedoch deutlich mehr Komfort für die Benutzer und Redakteure.

>> Anbindung und Updates
Das TYPO3-basierte GRIPS besteht aus einem zentralen, führenden Master-System, auf dem alle Inhalte gepflegt werden und rund 2500 Slave-Systemen auf Notebooks mit jeweils lokalem TYPO3-Server. Das Master-System ist im Web erreichbar, die Inhalte sind allerdings nur für GTÜ-Vertragspartner nach einer Authentifizierung zugänglich. Der gesamte Datenbestand umfasst momentan ca. 300MB verteilt auf rund 2000 Seiten. Um den Traffic bei Updates gering zu halten, wurde ein Verfahren implementiert, das nur die Änderungen an den Inhalten überträgt. Auf dem Master werden skriptgesteuert oder manuell so genannte Update-Pakete erzeugt. Die Update-Pakete enthalten je nach Typ alle oder die seit einem bestimmten Zeitpunkt geänderten Inhalte. Das Update-Verfahren, das sich an gängige Backup-Konzepte aus dem IT-Management anlehnt, unterstützt drei Typen von Updates:
– Voll-Updates (enthalten alle Inhalte, ca. 300 MB, ungefähr alle 4 Monate auf CD-ROM)
– Differenz-Updates (enthalten nur die geänderten Inhalte seit dem letzten Voll-Update, können nach Bedarf angefertigt werden)
– Inkrement-Updates (enthalten nur die geänderten Inhalte seit dem letzten Update, ca. 5 – 10MB, ungefähr alle zwei Wochen)

Die Updates werden über eine GTÜ-Software automatisch an die Notebooks verteilt und stehen zusätzlich als Download zur Verfügung. Der Update-Mechanismus hält die zu übertragende Datenmenge möglichst gering und vereinfacht Neu- oder Wiederinstallationen. Um einen Slave auf dem aktuellen Stand zu halten, ist alle zwei Wochen die Installation des jeweiligen Inkrement-Updates notwendig. Die Datenmenge bleibt dabei in einem Rahmen, der auch über ISDN- oder gar Modem-Verbindungen noch gut zu übertragen ist. Die Differenz-Updates dienen dazu, auf den Slaves die Neu- oder Wiederinstallation zu vereinfachen. Dazu muss lediglich die letzte CD-ROM und das letzte Differenz-Update installiert werden. Differenz-Updates können zu diesem Zweck auch eigens erzeugt werden, um sich ggf. die Installation einzelner Inkrement-Updates zu sparen.

>> Differenzansicht
Eine wichtige Anforderung war, verschiedene Versionen von Inhalten im Frontend miteinander vergleichen zu können, so wie man es von der Versionierungsansicht im TYPO3-Backend kennt. Damit wird für Kunden und Prüfingenieure transparent gemacht, wann und wie sich Prüfungsrichtlinien geändert haben. Die Differenzansicht wurde als Front-End Plugin realisiert, das verschiedene Versionen einer Seite anzeigt und auf einen Klick die Versionen vergleicht. Dabei werden gelöschte Texte in rot und hinzugefügte in grün dargestellt. Die zugehörige Extension sollte ab 2008 im TER verfügbar sein.

>> Personalisierung der Inhalte
Die Nutzer des Systems sollten in der Lage sein, persönliche Favoriten abzulegen. Da die Nutzer nicht immer mit dem gleichen Computer arbeiten, sollten diese Favoriten auf jedem der 2500 Slave-Systeme und zusätzlich auf dem Master verfügbar sein. Die Nutzer können über eine Extension ihre persönlichen Favoriten festlegen. Diese werden in einer Datenbank gespeichert. Alle Änderungen an der Datenbank werden mit dem Master-System repliziert und von dort an alle Slave-Systeme verteilt. Damit findet jeder Nutzer seine Arbeitsumgebung vor, unabhängig davon, an welchem Rechner er sich anmeldet.

>> Datenbank-Anbindung
In Phase 2 wurde GRIPS um diverse Oracle-Datenbank-Anwendungen erweitert, die ebenfalls auf der Master-Slave Architektur aufsetzen. Dies ermöglicht nun gezielte Abfragen auf den Slaves. Die Daten dafür stammen aus einer zentralen Oracle-Datenbank aus der GTÜ-Zentrale in Stuttgart und werden über den gleichen Mechanismus auf die Slaves verteilt.

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