Allg. Zeitung Mainz: Nicht nachlassen / Kommentar zum Klimawandel

Der neue Report des Weltklimarates wird die gleichen
Diskussionen auslösen wie alle bisherigen Berichte zum Thema:
Skeptiker werden in Abrede stellen, dass es den Wandel gibt. Sie
werden den Wissenschaftlern, die den Klimawandel sehen, unterstellen,
die Daten einseitig zu interpretieren. Für die Entscheider in Politik
und Wirtschaft wird es daher nicht leichter, die richtigen Schlüsse
zu ziehen. Vielleicht hilft es ja, das Fenster zu öffnen und zu
warten, bis sich der Debattenqualm verzogen hat. Was sehen wir dann?
Wir holzen auch die letzten großen Urwälder in hohem Tempo ab. In
Asien, aber auch in Lateinamerika gewöhnen sich immer mehr Menschen
an den in vielfacher Hinsicht abgasintensiven Lebensstil, den der
Westen ihnen als Maß aller Dinge vorgelebt hat. Wir erschließen immer
weitere, bislang unrentable Lagerstätten fossiler Energieträger. Und
das alles soll völlig folgenlos bleiben oder sich innerhalb der
normalen Schwankungsbreite bewegen, die das Klima während der letzten
Jahrhunderte schon immer für uns bereithielt? Eine gewagte Annahme.
Zu gewagt, wir wissen noch viel zu wenig, um gelassen bleiben zu
können. Die Anstrengungen, das Klima besser zu verstehen – auch die
abflachende Kurve bei der Erderwärmung – dürfen unter keinen
Umständen nachlassen. Und solange wir es nicht besser wissen, müssen
wir mit dem Schlimmsten rechnen. Insbesondere für Konservative sollte
dies nachvollziehbar sein: Die Bewahrung der Schöpfung ist keine
Erfindung durchgeknallter Öko-Fantasten. Und wer statt eines
ethischen ein ökonomisches Fundament für seine Entscheidungen braucht
– bitte sehr: In den Bilanzen der Versicherer und ganzer
Volkswirtschaften richten die Klima-Kapriolen heute schon verheerende
Schäden an.

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Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
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