Allg. Zeitung Mainz: Peace! / Markus Lachmann zum Iran und zum Golfkonflikt

Mächtig gescholten wurde der US-Präsident in den
vergangenen Monaten:Trump sei durch die einseitige Aufkündigung des
Atomabkommens mit dem Iran an der Eskalation am Golf schuld. Diese
Sichtweise kann man haben, aber sie ist verkürzt. Denn durch das
Atomabkommen wurde Teheran doch erst das Geld in die Kasse gespült,
um seine Stellvertreterkriege in der Region zu führen. Der lange Arm
Teherans reicht bis an die israelische Grenze. Und trotz des
Atomdeals entwickelte das Mullah-Regime weiter Langstreckenraketen,
die auch Atomsprengköpfe tragen können. Natürlich steht der Iran
durch die US-Sanktionen wirtschaftlich unter Druck. Nicht zuletzt
deshalb hat er über seine Verbündeten, etwa die jemenitischen
Huthi-Rebellen, immer wieder am Golf zündeln lassen. Damit will man
sich eine bessere Verhandlungssituation verschaffen, schließlich geht
es auch um einen Konflikt um Öl und Milliarden. Im Grunde wollen
beide Seiten keinen Krieg, weder Washington noch Teheran. Es ist
deshalb ein gutes Zeichen, dass Irans Präsident Ruhani vor der UN
einen Friedensplan vorstellen will, ein Signal, dass die
diplomatische Bewältigung des Konflikts in der Straße von Hormus noch
möglich ist. Es könnte ein Türöffner für Gespräche nicht nur mit
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China in New
York in wenigen Tagen sein, sondern auch mit Trump, der zuletzt
verbal bei diesem Thema abgerüstet hatte. Allerdings bleibt Skepsis
gegenüber der neuen Rolle Teherans als “Friedenswächter” angesagt.
Die Region bleibt ein Pulverfass.

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Allgemeine Zeitung Mainz
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