Aufstocken, wo es geht / Kommentar von Christian Latz zum Bebauen von Supermärkten

Kurzform: Zu hoffen ist, dass Discounter- und Supermarktketten an der Einsicht festhalten und immer mehr Filialen mit Wohnungen aufstocken. Aber auch Senat und Bezirke sind gefragt. Sie müssen den Einzelhandel von solchen Projekten überzeugen und – wo es geht – dabei unterstützen. Das Potenzial solcher Bauten ist in jedem Fall noch groß. Richtig ist es daher, wenn Bezirke wie Tempelhof-Schöneberg dafür Zugeständnisse an die Ketten machen, etwa bei der künftigen Filialgröße. Der zusätzliche Wohnraum, den Berlin dadurch gewinnt, wiegt dies allemal wieder auf.

Der vollständige Kommentar: Wie aus der Zeit gefallen wirken die ein- bis zweigeschossigen Bauten, in denen bis heute an vielen Ecken in Berlin Supermärkte und Discounterfilialen untergebracht sind. Sie stammen aus einer Epoche, in der die Raumfrage in der Hauptstadt und vielen anderen deutschen Metropolen noch keine Rolle spielte. Wo Platz selbst in Großstädten zu Genüge vorhanden war und man es sich leisten konnte, auch auf großen Grundflächen einfach einen “Flachmann”, wie die Bauten im Fachjargon heißen, zu platzieren. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute kämpfen Land, Bezirke und private Investoren darum, jeden wertvollen Quadratmeter Stadtraum so effizient wie möglich zu nutzen. Gut ist deshalb, dass die Einzelhandelsunternehmen reagieren und immer mehr ihrer flachen Filialen beim Neubau um mehrere Etagen aufstocken. So schaffen sie Platz für dringend benötigte Wohnungen und Büros. Ein Blick entlang der Berliner Straßen zeigt aber auch: An vielen Ecken sind selbst im Zentrum noch immer die oft trostlosen Flachbauten zu entdecken, obwohl Mieter ringsum händeringend eine neue Wohnung suchen. Es bleibt also noch viel zu tun. Zu hoffen ist, dass Discounter- und Supermarktketten an der Einsicht festhalten und immer mehr Filialen mit Wohnungen aufstocken. Aber auch Senat und Bezirke sind gefragt. Sie müssen den Einzelhandel von solchen Projekten überzeugen und – wo es geht – dabei unterstützen. Das Potenzial solcher Bauten ist in jedem Fall noch groß. Richtig ist es daher, wenn Bezirke wie Tempelhof-Schöneberg dafür Zugeständnisse an die Ketten machen, etwa bei der künftigen Filialgröße. Der zusätzliche Wohnraum, den Berlin dadurch gewinnt, wiegt dies allemal wieder auf.

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