Bain-Studie zur IT-Modernisierung: Neue IT-Strategien befreien die Banken vom Legacy-Fluch

Der rasante technische Fortschritt, veränderte
Kundenerwartungen, regulatorische Anforderungen sowie knappe Budgets setzen die
IT unter Druck

– Viele Banken sind nur unzureichend auf das Veränderungstempo
vorbereitet
– Mehrjährige Transformationsprogramme sind nicht mehr zeitgemäß
– Sieben strategische Bausteine sind ausschlaggebend für eine
erfolgreiche IT-Modernisierung

Ausbau des Mobile-Banking, erste Distributed-Ledger-Anwendungen, die Umsetzung
von Basel IV: Die IT-Abteilungen der Banken sind an allen Fronten gefordert.
Doch angesichts der immer kürzeren Halbwertszeit von Technologien wächst trotz
aller Modernisierungsbemühungen vielerorts der Anteil veralteter IT-Systeme. In
der Studie “Der ewige Kampf der Banken mit der Legacy-IT” zeigt die
internationale Unternehmensberatung Bain & Company auf, wie die Institute dem
Legacy-Fluch entkommen können.

“In vielen Banken ist eine umfangreiche Modernisierung der IT dringend
erforderlich”, konstatiert Bain-Partner und Studien-Autor Gero Freudenstein.
Ursächlich dafür sind neben dem rasanten technischen Fortschritt vor allem die
sich verändernden Kundenerwartungen. Die Kunden wollen flexibel, nach ihren
individuellen Bedürfnissen mit ihrer Bank interagieren können. Das bedeutet,
dass sie eine Transaktion beispielsweise auf dem Smartphone beginnen und in der
Filiale weiterführen, ohne Daten und Informationen ein zweites Mal bereitstellen
zu müssen. “Diese verschiedenen Interaktionskanäle müssen durch die IT vernetzt
werden, was auch den Umgang mit Daten stärker in den Mittelpunkt rückt”, so
Freudenstein weiter. Zusätzlich beansprucht die Abbildung der Anforderungen der
Aufsichtsbehörden häufig einen großen Teil der ohnehin knappen
Transformationsbudgets. Gleichzeitig verringert die branchenweite
Renditeschwäche die Chancen auf höhere IT-Budgets – zuletzt verdiente nur jede
zwölfte Bank in Deutschland ihre Eigenkapitalkosten.

Komplexität der IT-Landschaft nimmt zu

In diesem schwierigen Umfeld rächt sich gerade in der IT der Fokus auf
kurzfristig wirksame Kosteneinsparungen der Vergangenheit. So haben viele Banken
bislang weder geklärt, welche Produkte und Produktvarianten sie tatsächlich vom
Wettbewerb differenzieren, noch haben sie ihr Handeln konsequent danach
ausgerichtet. Das Leistungsspektrum wurde in vielen Häusern unnötig komplex.

“In Summe kann die bestehende IT-Architektur vieler Banken kaum mit dem
Veränderungstempo Schritt halten”, fasst Bain-Partner und Studien-Co-Autor
Ingolf Zies zusammen. “Darüber hinaus ist die IT-Landschaft selbst oft von
ausufernder Komplexität geprägt.” So entstanden in sich funktionierende, aber
für heutige Kundenanforderungen nicht hinreichend integrierte Insellösungen.
Veraltete Programmiersprachen sind ebenso häufig anzutreffen wie unflexible und
proprietäre Schnittstellen zwischen einzelnen Applikationen.

Vor diesem Hintergrund haben die Banken langwierige Transformationsprogramme
gestartet, die meist erst zum Ende ihrer Laufzeit einen nennenswerten erlebbaren
Nutzen schaffen, sofern sie überhaupt erfolgreich abgeschlossen werden. Dieses
klassische Vorgehen ist nicht mehr zeitgemäß. Die Vorbereitungszeit ist zu lang,
die Umsetzung zu unflexibel und die Gefahr zu groß, dass neue Technologien die
ursprünglichen Planungen obsolet machen.

Punktuelle Verbesserungen reichen nicht aus

“Die Banken brauchen neue, flexible Strategien, um ihre IT zu modernisieren”,
betont Zies, der die Bain-Praxisgruppe Informationstechnologie im
deutschsprachigen Raum leitet. Es reiche nicht mehr aus, lediglich in kundennahe
Bereiche zu investieren und punktuell Verbesserungen anzustoßen. “Die
Modernisierung darf nicht länger nur ein einzelnes Projekt sein, sondern muss
zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit in der IT werden”, so Zies. Ein
solches Vorgehen passe auch am besten zu den aktuellen Budgetvorgaben und
erlaube einen höheren Grad der Selbstfinanzierung.

In der neuen Studie erläutert Bain exemplarisch für unterschiedliche Banktypen –
von Direktbanken bis hin zu Instituten und Institutsgruppen mit Privat- sowie
Firmenkundenfokus -, wie die kontinuierliche Modernisierung gelingen kann.
Entscheidend sind sieben strategische Bausteine:

1. Reduktion der Komplexität des Geschäftsmodells
2. Modularisierung der Architektur
3. Verlagerung von Services in die Cloud
4. Definition und Umsetzung einer durchgängigen Datenstrategie
5. Wechsel auf Standardlösungen
6. Zusammenarbeit mit Partnern
7. Aufsetzen eines effektiven Transformationsprogramms

Werkzeuge für die IT-Modernisierung existieren

“Mit agilen Arbeitsmethoden und innovativen Technologien sind geeignete
Werkzeuge für die unumgängliche Modernisierung der Banken-IT verfügbar”, so
Banken-IT-Experte Freudenstein. Anders als noch vor fünf oder zehn Jahren können
die Institute zudem auf branchenerfahrene Partner zurückgreifen – von
Migrationsspezialisten über Softwarelieferanten und Cloud-Anbieter bis hin zu
Fintechs und Regtechs. “Es gilt durch individuelle Schwerpunkte beim Einsatz der
Modernisierungsbausteine eine IT zu schaffen, die mit möglichst geringem Aufwand
kontinuierlich an die sich verändernden Anforderungen angepasst werden kann”,
fasst Freudenstein zusammen.

Bain & Company

Bain & Company ist eine international führende Unternehmensberatung, die
Entscheider weltweit bei der Zukunftsgestaltung unterstützt. Mit unseren 58
Büros in 37 Ländern sind wir in unmittelbarer Nähe unserer Kunden. Wir arbeiten
gemeinsam mit ihnen daran, den Wettbewerb zu übertreffen und neue Standards in
den jeweiligen Branchen zu setzen. Partner aus unserem Ökosystem digitaler
Innovatoren ergänzen unsere Expertise und sorgen mit dafür, dass wir für unsere
Kunden bessere, schnellere und nachhaltigere Ergebnisse erzielen. Seit unserer
Gründung 1973 messen wir unseren Erfolg am Erfolg unserer Kunden. Wir sind stolz
darauf, dass wir die höchste Weiterempfehlungsrate in der Beratungsbranche haben
und dass unsere Kunden die Börsenindizes um das Vierfache übertreffen. Erfahren
Sie mehr unter: www.bain.de, www.bain-company.ch. Folgen Sie uns auf: LinkedIn,
Facebook, Xing, Bain Insights App.

Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik
Bain & Company Germany, Inc.
Karlsplatz 1
80335 München
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com
Tel.: +49 (0)89 5123 1246
Mobil: +49 (0)151 5801 1246

Original-Content von: Bain & Company, übermittelt durch news aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.


Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis