
Der Fed-Chef hat recht, wenn er den Angriff als Versuch erklärt, die Notenbank geldpolitisch gefügig zu machen. Stoisch hat der 72-Jährige Trumps Anwürfe pariert. Wie er sie in einem Video kontert, mit klaren Worten und fast wütendem Ausdruck, ist beispiellos. Es ist die persönliche Unabhängigkeitserklärung des wichtigsten Akteurs am weltweiten Finanzmarkt. Die ist bitter nötig. Was wirken mag wie Machtspielchen und Trump-Getöse, hat in Wahrheit das Zeug zum großen Crash. Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist mehr als ein akademisches Ideal. Trump selbst ist das beste Negativbeispiel: Der Präsident will drastisch niedrigere Zinsen, obwohl die Inflation zu hoch ist und die Konjunktur nicht so schwach, dass sie diese Hilfe bräuchte. Trump will billigere Kredite für die Hauskäufer und den hoch verschuldeten Staat. Bekommen könnte er genau das Gegenteil mit mehr Inflation und höheren langfristigen Zinsen. Das wird passieren, wenn Investoren das Vertrauen in die US-Notenbank verlieren.
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