BERLINER MORGENPOST: Ekelhafte Vereinnnahmung – Kommentar von Ulrich Kraetzer

Die Demokratie und die öffentliche Ordnung stehen
wieder unter Beschuss. Noch unbekannte Täter steckten zwischen den
Bahnhöfen Ostkreuz und Erkner Kabelkanäle von Bahnstrecken in Brand.
Die Folge: Tausende Berliner strandeten an Haltestellen des von der
Bahn, wie so oft, nur ungenügend organisierten Ersatzverkehrs.

Der neuerliche Anschlag ist durch nichts zu rechtfertigen, darüber
darf es keine zwei Meinungen geben. Dennoch muss man über das im
Internet verbreitete Bekennerschreiben einige Worte verlieren. Denn
die Linksmilitanten schmeißen sich dabei an die Klima-Aktivisten der
Fridays-for-Future-Bewegung heran in einer Weise, die ekelhaft ist.

Man muss Fridays for Future nicht mögen, man kann einen
überzogenen Hype kritisieren, eine solche Haltung ist Teil der
pluralistischen Demokratie. Aber eines muss klar sein: Von
linksmilitanten Revolutionären vereinnahmt zu werden – das haben die
vielen tausend Menschen, die sich um die Zukunft des Planeten sorgen,
nicht verdient.

Fridays for Future setzt auf friedliche und demokratische Mittel,
auf das Recht zum Protest, allenfalls auf zivilen Ungehorsam. Die
Linksmilitanten nehmen zig Tausende Berliner zur Geisel, setzten auf
Gewalt und eine “revolutionäre Veränderung”. Schande über sie für
ihre Militanz. Schande für ihren Versuch, Fridays for Future zu
vereinnahmen.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

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