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Börsen-Zeitung: Zurück im Showroom, Kommentar zu VW von Kai Johannsen

Volkswagen ist zurück im Showroom, und zwar des
Bondhandels. So urteilten Frankfurter Bondhändler. Und die
Wolfsburger haben sich am Donnerstag mit einem eindrucksvollen
Auftritt bei den Anleiheinvestoren zurückgemeldet. Aus Sicht des
Unternehmens war das ein voller Erfolg, den in diesem Ausmaß wohl
keiner so auf der Rechnung hatte.

Dass VW nach anderthalbjähriger Absenz am Anleihemarkt gleich nach
der Devise „Seht her – Skandal war gestern“ ein starkes Signal setzen
wollte, war vermutet worden. Darauf wiesen die tags zuvor genannten
Eckdaten des Pakets schon hin: Vier Anleihen sollten es werden, und
dass der Autokonzern mit zwei, vier, sechseinhalb und zehn Jahren
dann gleich die komplette Standardlaufzeitenkurve von zwei bis zehn
Jahren besetzte, ließ einige im Handel die Augenbrauen hochziehen.

Aber VW machte damit die klare Ansage, dass man alles an
Laufzeitenklassen bedienen kann, was es gibt, und nahm den Mund noch
ein wenig voller: Auch im Dollar soll es dieses Jahr noch einen
Auftritt geben, und beim Hybrid-Bond soll in Europa in der zweiten
Jahreshälfte auch noch was gehen. Das ist mutig, wenn man noch nicht
einmal weiß, wie der erste Deal seit Bekanntwerden des Abgasskandals
ausgehen wird.

Am Donnerstag um 9 Uhr gingen die Bücher auf, gut drei Stunden
später wurden sie bereits wieder geschlossen. In dieser Zeit sackten
die Wolfsburger ein, was es nur einzusacken gab. Ein Orderbuch von
mehr als 25 Mrd. Euro war schon ein Hingucker, eine derartige
Nachfrage hatte wohl keiner auf dem Zettel. Alle vier Bonds wurden
letztlich auch gebracht, alle zu Spreads platziert, die unter den
anfänglichen Vermarktungsniveaus lagen. Von einem moderaten Pricing
war dabei die Rede. Gemessen an den skandalbedingten, sehr hohen
Risikoaufschlägen, die nun aber seit geraumer Zeit der Vergangenheit
angehören, kehrte der Autobauer praktisch schon wieder auf
Normalniveau zurück.

Die Marktverfassung spielte VW natürlich in die Hände. Die Anleger
suchen nach wie vor nach Rendite. Und wenn dann eine Adresse Bonds
anbietet – und wo findet man schon noch Papiere am Sekundärmarkt, es
ist ja alles ausgetrocknet -, die eine positive Rendite haben und
eben nicht in der Minuszone rangieren, dann greifen die Investoren
zu. Das half den Wolfsburgern. Was tags zuvor noch nach einem eher
holprigen Comeback an den Bondmarkt aussah, erwies sich als echtes
Ranklotzen. VW wird wiederkommen und den Worten in Sachen Dollar und
Hybride Taten folgen lassen.

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069–2732-0
www.boersen-zeitung.de

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