CDU auf der falschen Spur – Kommentar von Thomas Fülling

Es gibt wahrlich gute Gründe, sich ernsthaft Sorgen um den
Zustand der hauptstädtischen U-Bahn zu machen. Da überrascht die Berliner
CDU-Fraktion nun mit dem weihnachtlichen Wunsch, künftig auch bei der U-Bahn
Expresszüge fahren zu lassen, um mit kürzeren Fahrzeiten Autofahrer zum
Umsteigen in den Nahverkehr zu bewegen.

Bei der Berliner U-Bahn fahren die Züge im Berufsverkehr im Fünf-Minuten-Takt,
teilweise sogar alle drei bis vier Minuten. Wenn es keine Störungen gibt. Und
die gibt es inzwischen leider häufiger.

Dringlich ist es daher, die an vielen Abschnitten veraltete Signal- und
Sicherungstechnik zu erneuern. Möglich wird so, dass Züge dort künftig
automatisiert fahren. Das lässt nicht nur höhere Geschwindigkeiten zu, sondern
auch Zugfolgen von 90 und weniger Sekunden, wie sie etwa bei den U-Bahnen in
Tokio oder Seoul, teilweise auch in Moskau oder Paris längst Alltag sind.

In Berlin gibt es solche Pläne gerade mal für die Linien U5 und U8, zu
realisieren irgendwann in fernerer Zukunft. Hier mehr Tempo von Senat und BVG zu
fordern, wäre die vornehmliche Aufgabe der Opposition. Der aktuelle Vorstoß der
CDU-Fraktion zeugt hingegen leider nur vom dort fehlenden verkehrspolitischen
Sachverstand.

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