CDU-Wirtschaftsratschefinüber Druck auf Siemens empört: Neokolonialistischer Stil von Besserwissern

Die Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrates, Astrid Hamker, hat
sich empört über den Druck auf den Siemens-Konzern wegen einer
Signaltechnik-Lieferung für eine Kohlemine in Australien geäußert. “Wir können
nicht als Deutsche anderen Ländern unsere Haltungen von oben herab in einem
neokolonialistischen Stil aufdrücken. Kein Land will sich von uns vorschreiben
lassen, vorhandene, benötigte Bodenschätze nicht mehr nutzen zu dürfen”, sagte
Hamker der Düseldorfer “Rheinischen Post” (Dienstag). Oft hätten andere Länder
auch kaum etwas anderes, um ihrer Bevölkerung “auch nur geringen Wohlstand” zu
sichern. “Das ist freilich in unserem reichen Land manchen Kindern immer weniger
zu vermitteln, weil sie nicht wissen, was Armut bedeutet und worauf auch unser
Wohlstand gründet.” Australien sei dazu noch ein demokratisches Land und habe
sich für die weitere Nutzung der Kohle entschieden. “Wo kommen wir hin, wenn
deutsche Besserwisser so anmaßend über andere Länder verfügen wollen?”, sagte
Hamker. Vertragstreue sei ein mindestens ebenso hohes Gut wie hohe Qualität.
“Oft sind unsere Produkte und Dienstleistungen übrigens auch umweltfreundlicher
als die anderer Wettbewerber.” Es sei naiv zu glauben, “dass nicht andere
Unternehmen schnell eintreten, wenn deutsche Unternehmen nicht mehr weltweit bei
Projekten wie in Australien mit im Rennen sind.”

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