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Deutsche Banken nur Mittelmaß? / Deloitte-Studie zur Digital Maturity: Vorsicht der Verbraucher und gut funktionierende Zahlungsprozesse bremsen Digitalisierung der Finanzdienstleistungen

– Deutschlands Banken weisen einen mäßigen „digitalen Reifegrad“
auf – im internationalen Vergleich stehen sie nur auf Platz 24 von
38
– Die größten deutschen Geldinstitute unterscheiden sich dabei nur
wenig voneinander und agieren auf einem ähnlichen Niveau
– Kundenverhalten in Deutschland noch nicht so ausgeprägt wie in
anderen Ländern: Deutsche sind generell vorsichtig beim Thema Daten
und sehr bargeldaffin

Deutschland ist Weltmeister in vielen Bereichen. Auf einigen
Gebieten reicht es jedoch nur für einen Platz im unteren Mittelfeld.
Das gilt für die digitale Infrastruktur – und auch für den
Digitalisierungsgrad der Banken des Landes. Die aktuelle
Deloitte-Studie „Digital Banking Maturity 2018“ zeigt, dass für die
deutschen Geldinstitute im internationalen Vergleich noch einiger
Nachholbedarf besteht, bevor ein Platz auf den vorderen Rängen in
Reichweite kommt. Dabei sind die Unterschiede innerhalb der Branche
eher gering, sodass es hier eines kollektiven „Rucks“ bedürfte. Für
einen großen Sprung nach vorn braucht es insbesondere eine
prinzipielle strategische Positionierung als auch die Etablierung
bestimmter, vom Kunden nachgefragter Standards wie eine
Open-Banking-Plattform und zusätzliche Services in der Peripherie.

„Dass sich gerade Deutschland als High-Tech-Land in punkto
digitaler Reifegrad der Banken eher moderat präsentiert, liegt
weniger an einer generellen Aversion von Banken und Kunden für
digitale Lösungen und Angebote, sondern begründet sich eher im
Gegenteil: „Viele alltägliche Zahlungsprozesse funktionieren in
Deutschland so gut, dass der Veränderungsdruck bisher gering war,
insbesondere im direkten Vergleich mit z.B. Osteuropa“, sagt
Hans-Jürgen Walter, Partner und EMEA Co-Lead Financial Services
Industry bei Deloitte.

Deutschland nur auf Platz 24

Platz 24 von 38 teilnehmenden Ländern aus Europa, dem Nahen Osten
und Afrika ist kein Ruhmesblatt für die deutsche Bankenlandschaft.
Damit gilt Deutschland allenfalls als „Adopter“, der sich näher an
den „Latecomers“ als an den „Champions“ und „Smart Followers“ bewegt.
In der Spitzengruppe finden sich vor allem ost- und nordeuropäische
Staaten, aber auch Frankreich, die Schweiz und Südafrika, während die
Schlusslichter vielfach aus dem Nahen Osten stammen.

Das Gute als Feind des Besseren?

Die Gründe für die Position der deutschen Banken sind vielfältig:
Zum einen sind die Deutschen generell eher vorsichtig, wenn es um
datenintensive Online-Anwendungen geht – was sich nicht zuletzt am
hohen Stellenwert des Bargelds manifestiert. Zum anderen bestehen in
Deutschland seit Jahrzehnten zahlreiche und gut funktionierende
Zahlungssysteme, die den Kundenbedürfnissen und -gewohnheiten
weitgehend entsprechen.

Digitale Kontoeröffnung im Fokus

Das Spektrum digitaler Anwendungen ist breit gestreut und reicht
vom allgemeinen Informationstransfer über das Tagesgeschäft bis hin
zur digital gestützten Auflösung des Kundenverhältnisses. In allen
Disziplinen erreichen die deutschen Banken – mit einigen Ausrutschern
nach unten – Werte zwischen 20 und 50 Prozent. Gerade aber die
vollständig digitale Kontoeröffnung und -schließung scheint besonders
entwicklungsfähig, hier liegen die Scores deutlich unter dem Schnitt.
Auch beim Tagesgeschäft und der allgemeinen Beendigung des
Kundenverhältnisses überschreiten sämtliche Score-Werte kaum die
Ein-Drittel-Marke.

Von Internet zu Mobile

Im Internet Banking scheinen die deutschen Banken weiterentwickelt
als im Mobile-Bereich – der Schnitt des aktuellen Entwicklungsstands
liegt bei Mobile deutlich niedriger. Dabei legen die
Kundenpräferenzen eigentlich ein anderes Ergebnis nahe: In nahezu
allen Aspekten des Bankings wird der Mobile Channel vorgezogen. Auf
der anderen Seite haben Datenschutz-Bedenken gerade im Hinblick auf
Apps eine bremsende Wirkung – anders als etwa in den skandinavischen
Ländern, die hier bereits über mehr Erfahrung verfügen.

„Wenn Deutschland die führenden Länder ein- oder sogar überholen
möchte, haben die Banken noch einige Arbeit vor sich. Das gilt vor
allem für die Bereiche Open Banking, also einen in ein Ökosystem
eingebundenen, plattformbasierten Ansatz mit Drittanbietern, und für
–Beyond Banking–. Bei diesem ebenfalls plattformbasierten Modell sind
über die eigentlichen Bank-Leistungen auch zahlreiche weitere
Services eingeschlossen – bis hin zu Nischen-Dienstleistungen und
individualisierten Angeboten“, resümiert Jürgen Lademann, Partner und
Digitalisierungsexperte bei Deloitte Digital

Die komplette Studie finden Sie unter http://ots.de/5t5zQu zum
Download.

Über die Studie

Zur Analyse der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen des
Bankensektors in EMEA hat Deloitte die „EMEA Digital Banking Maturity
Study“, durchgeführt, eine umfassende Analyse der digitalen
Kompetenzen sowie der Marktsituation in 38 Ländern, die insgesamt 238
Banken sowie 10 FinTechs umfasst.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory
und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen
Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte
Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von
Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte
herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt
Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen
Herausforderungen. Making an impact that matters – für rund 263.900
Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und
individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited
(„DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft
mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von
Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes
ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und
unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst
keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere
Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf
www.deloitte.com/de/UeberUns

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Original-Content von: Deloitte, übermittelt durch news aktuell

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