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Devisenfokus: Norwegische Krone

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– Die meisten Rohstoff- und Schwellenländerwährungen erholten sich in den letzten Wo-chen spürbar. Sichere Häfen waren weniger gefragt, der Euro beendete vorerst seine Tal-fahrt (S. 1)
– Die Norwegische Krone erweist sich als stabiler Hort, wenn auch die Aufwertung gegen-über dem Euro nur allmählich verläuft. Kurzfristig wird der Euro-Krone-Kurs vermutlich keine großen Sprünge machen, mittelfristig dürfte die norwegische Währung angesichts ihrer fundamentalen Stärke weiter zulegen
– Helaba-Währungsprognosen
NOK: Mit positivem Chance-Risiko-Profil
Die europäische Schuldenkrise hält die Märkte im Bann. Neben den klassischen sicheren Häfen suchen Anleger nach neuen Fluchtmöglichkeiten für ihr Geld. Insbesondere die Norwegische Kro-ne ist hierbei ins Blickfeld geraten. Von den ökonomischen Fundamentaldaten erscheint Norwegen und damit auch die Krone sehr attraktiv. Die Währung hingegen verzeichnete seit Ende 2010 mit weniger als 4 % nur verhaltene Kursgewinne gegenüber dem Euro. In Phasen hoher Nervosität wertete die Krone teilweise sogar ab. Ist die norwegische Währung wirklich eine geeignete Alter-native?
Der Rohstoffboom seit gut einer Dekade hat Norwegen zweifellos geholfen. Gut zwei Drittel der Exporte machen Öl- und Gasprodukte aus. Die Rohölförderung hat zwar bereits 2001 ihren Zenit erreicht. Doch neue Öl- und Gasvorkommen wurden entdeckt und sukzessive erschlossen. So hat insbesondere die Gasförderung seit 2001 erheblich zugenommen. Dank des Rohstoffpreisanstiegs seit gut zehn Jahren wuchsen die Exporterlöse spürbar. Der Leistungsbilanzüberschuss Norwegens betrug 2011 fast 15 % am Bruttoinlandsprodukt (BIP), in den neunziger Jahren lag der positive Saldo durchschnittlich bei weniger als 4 %. Dank sprudelnder Steuereinnahmen kann das Land einen Haushaltsüberschuss von mehr als 10 % des BIP aufweisen. Der staatliche Pensionsfonds – gespeist durch die Öleinnahmen – mit einem Volumen von rund 460 Mrd. Euro Ende März 2012 übertrifft die öffentlichen Schulden deutlich. Von einer Staatsverschuldung kann daher kaum ge-sprochen werden. Damit herrschen in Norwegen im Vergleich zur schuldengeplagten Eurozone geradezu paradiesische Zustände – selbst im Vergleich mit der Schweiz.
Auch konjunkturell können die Norweger nicht klagen. 2011 wuchs die gesamte Wirtschaft mit 1,5 % moderat. Das Festland, also ohne Berücksichtigung der volatilen Offshore-Investitionen, expandierte um 2,5 %. Im ersten Quartal 2012 beschleunigte sich das Wachstum auf 1,4 % zur Vorperiode. Insgesamt treibt eine stabile Binnennachfrage die Konjunktur an. Ein robuster Ar-beitsmarkt stimuliert den privaten Konsum. Die Unternehmensinvestitionen wachsen auch 2012, gleichwohl vermutlich weniger dynamisch als im Vorjahr. Je nach Verlauf des Ausbaus der Offshore-Förderung könnte der Zuwachs aber durchaus kräftiger ausfallen. Der Außenhandel wird dagegen das Wachstum wohl beeinträchtigen. Schließlich kämpft der wichtigste Handelspartner – die Eurozone – mit einer Rezession. Der Rückenwind von den steigenden Rohölpreisen hat nachgelassen. Der Preis für Brent-Öl fiel auf den tiefsten Stand seit Januar 2011. Damit sollten sich die Erlöse aus dem Außenhandel vorerst abschwächen. Die Stimmungsindikatoren signalisie-ren insgesamt ein solides Wachstum, so dass das Bruttoinlandsprodukt 2012 dank der Binnen-nachfrage mit gut 2 % expandieren dürfte.
Die norwegische Zentralbank steht vor einer schwierigen Situation. Die konjunkturelle Lage wür-de eine restriktivere Geldpolitik rechtfertigen. Insbesondere dem überhitzten Wohnimmobilien-markt täte eine Abkühlung gut, um die Gefahr von damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwer-fungen zu verringern. Die Inflationsdaten hingegen sprechen eher für eine lockere Geldpolitik. Im Mai lag die Teuerung bei 0,5 % gegenüber Vorjahr. Die Kernrate befand sich mit 1,4 % auf höhe-rem, aber keineswegs kritischem Niveau. Ausschlaggebend für den weiteren Kurs der norwegi-schen Zentralbank ist aber wohl der Wechselkurs. So erklärt sich die Zinssenkung im März um 25 Basispunkte auf 1,5 % in erster Linie mit dem Verlauf des Euro-Krone-Kurses. Durch den Zins-schritt wurde die Aufwertung der norwegischen Währung vorerst gebremst. Jenseits des Energie-sektors leidet der Exportsektor in Norwegen zunehmend unter der Währungsentwicklung.
Während Staatsfinanzen, Leistungsbilanz, Konjunktur sowie die politische Stabilität klar für die Norwegische Krone als Fluchtwährung sprechen, so gibt es doch auch Makel. Dank der geringen Staatsverschuldung ist der norwegische Markt vergleichsweise illiquide, was sich in Zeiten hoher Nervositäten negativ bemerkbar macht. Des Weiteren ist die Abhängigkeit vom Energiesektor problematisch. In Zeiten einer sich abschwächenden Weltkonjunktur gerät der Rohölpreis unter Druck. Daher wertet die Norwegen-Krone in Phasen wachsender Risikoaversion teilweise ab. Zudem dämpft die Politik das Potenzial der Krone. Im Fall einer zu starken Aufwertung dürfte die norwegische Zentralbank ihren Leitzins doch weiter senken.
Die derzeitigen Zinsdifferenzen sprechen eher für einen niedrigeren Euro-Krone-Kurs. Gemäß Kaufkraftparitäten hingegen ist die Krone spürbar überbewertet. Der gesunkene Rohölpreis mahnt ebenfalls zu einer gewissen Vorsicht. Spekulationen, dass die norwegische Zentralbank ähnlich der Schweizer Notenbank eine Wechselkursuntergrenze einführen könnte, sind zumindest aus heutiger Sicht unrealistisch. So ist in Norwegen das Zinsinstrument noch nicht völlig ausgereizt. Die Krone ist im historischen Vergleich nicht so stark überbewertet wie der Schweizer Franken. Zudem hängt der norwegische Export stärker von den Energiepreisen als vom Wechselkurs ab.
Der Devisenmarkt betrachtet vor allem die relative Entwicklung. Selbst wenn in Norwegen die Exporterlöse zurückgehen und der Zinsvorteil möglicherweise noch schrumpft, so steht das Land bzw. die Währung im Vergleich zu vielen anderen ausgesprochen solide da. Die Verlustrisiken sind daher begrenzt. Sollten die aktuellen Sorgen um Schuldenkrise und Weltkonjunktur nachlas-sen, dann kann sich die norwegische Zentralbank auch wieder ihrer herkömmlichen Politik wid-men. Mit Blick auf 2013 besteht dann – wie es die Notenbank gerade angedeutet hat – Zinserhö-hungspotenzial, was der Krone helfen sollte. In den nächsten Monaten wird der Euro-Krone-Kurs wohl weiter um die Marke von 7,50 schwanken. Mit Blick auf 2013 könnte die Krone aber ihren verhaltenen Aufwertungstrend wieder aufnehmen und sich ein Euro auf 7,30 Kronen verbilligen.

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