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Die AHK Rumänien stellt Konjunkturbericht 2013 vor: Rumänien ist besser als sein Ruf


 

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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Rumänien hatte lange Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung keinen guten Ruf. Mit der Zeit jedoch werden die alten Klischees abgebaut. Mit dem EU-Beitritt am 1. Januar 2007 ist das Land wirtschaftlich und politisch der europäischen und internationalen Gemeinschaft beigetreten. Rumänien bietet nicht nur schöne Landschaften, von den Karpaten über die Moldauklöster bis zum Donaudelta, sondern auch wirtschaftlich enormes Geschäftspotenzial für deutsche Unternehmen.
Das Land bietet Vorteile, von denen auch deutsche Investoren profitieren können. Das Lohnniveau bleibt im europäischen Vergleich sehr attraktiv, Rumänien verfügt über gut qualifizierte Arbeitskräfte, die Steuerbelastung ist mit 16 Prozent niedrig und stabil, das Rechtssystem ist zum großen Teil dem EU-Recht angepasst und die Nähe zu den innereuropäischen Absatzmärkten ist gegeben. Außerdem ist Rumänien mit über 20 Millionen Einwohnern ein interessanter Absatzmarkt und einer der größten in der gesamten Region Süd-Ost-Europa. Aufgrund des enormen Nachholbedarfs gibt es des Weiteren ein hohes Geschäftspotenzial, welches nicht zuletzt durch europäische Fördermittel, die dem Staat zur Finanzierung zur Verfügung stehen, an Attraktivität gewinnt. Vom Straßenbau bis hin zu IT-Lösungen können davon viele Branchen profitieren.
Das Jahr 2012 brachte ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und platzierte Rumänien somit unter den Ländern mit einem der höchsten Wachstumsraten in der EU. 2013 startete mit einem BIP-Wachstum im ersten Quartal von 2,2 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Für das gesamte Jahr werden 1,6 bis 2 Prozent Wachstum prognostiziert. Außerdem verfügt Rumänien über ein stabiles makroökonomisches Geschäftsklima: die Staatsverschuldung liegt bei rund 38% des BIP, die Haushaltsdefizitquote bei rund 2,5%, die HVPI-Inflationsrate bei 3,4% und die Arbeitslosigkeit bei 7 Prozent. Die Wechselkursentwicklung, mit einem durchschnittlichen Wechselkurs RON/EUR von 4,46, ist stabil. Das Leistungsbilanzdefizit verzeichnet einen Rückgang. Im vergangenen Gesamtjahr 2012 hatte Rumäniens Leistungsbilanz ein Defizit von rund 5 Mrd. EUR verzeichnet, 2011 waren es rund 6 Mrd. EUR gewesen. Das Handelsdefizit (FOB/CIF) lag bei 9,5 Mrd. EUR, um 109,4 Mio. EUR kleiner als 2011.
Deutsche Unternehmen schreiben Erfolgsgeschichte
Zahlreiche deutsche Unternehmen haben in Rumänien bereits Erfolgsgeschichten geschrieben. Die deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen sind sehr vielseitig und in zahlreichen Sektoren überaus intensiv. Das spiegelt sich sowohl im Volumen als auch in der Dynamik der Handelsbeziehungen wider. Deutschland ist seit 2007 mit Abstand wichtigster Handelspartner Rumäniens und gehört zu den wichtigsten ausländischen Investoren. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten belief sich 2012 auf rund 18 Mrd. EUR. Deutschland nimmt den dritten Platz bei den ausländischen Direktinvestitionen ein mit rund 19.000 Firmen mit deutscher Beteiligung am gezeichneten Kapital, das Ende des Vorjahres 4,42 Mrd. EUR betrug.
Welche Meinung die deutschen Unternehmen zum Standort Rumänien haben, zeigt die von der AHK Rumänien im März 2013 jährlich durchgeführte Konjunkturumfrage. „Die meisten befragten deutschen Investoren in Rumänien würden den Standort Rumänien wieder wählen, das Land bleibt also beliebt bei deutschen Unternehmen. Aber es bleibt noch vieles zu tun, um den Standort attraktiver zu machen, denn bei verschiedenen Standortfaktoren hat sich die Bewertung Rumäniens weiterhin, auch im MOE-Vergleich, nicht zufriedenstellend entwickelt. Wir hoffen sehr, dass die jetzige Regierung, die über eine gute parlamentarische Mehrheit verfügt, die Herausforderungen pragmatisch, nachhaltig und konsequent anpackt“, erklärte Sebastian Metz, Geschäftsführer der AHK Rumänien.
Konjunkturumfrage : Optimismus für das eigene Geschäft
Die Erwartungen für das eigene Geschäft für das laufende Jahr sind positiv ausgefallen. Auch wenn die Anzahl der Befragten, die die Geschäftslage ihres Unternehmens als gut beurteilen leicht zurückgegangen ist (2013: 36%, 2012: 42%), schätzt die Hälfte der Unternehmen, dass sich die Lage im laufenden Jahr verbessern wird (2012: 46%). Mehr als ein Drittel der Befragten will mehr investieren und mehr Personal einstellen, nur etwa 14% planen eine Reduzierung. Das beweist, dass die deutschen Investoren in Rumänien spürbar zu Investitionen und Beschäftigung beitragen. Natürlich spielen bei diesen Einschätzungen auch immer die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in der EU eine große Rolle, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Rumänien mehr als 70% seines Außenhandels mit der EU abwickelt. Es ist aber ebenso eindeutig, dass eine nachhaltige Verbesserung der Standortbedingungen sich nicht nur bei Entscheidungen hinsichtlich möglicher Erweiterungsinvestitionen in bereits bestehende Produktionskapazitäten positiv auswirken wird, sondern auch klare positive Signale an potentielle Neu-Investoren sendet.
Bezüglich der Zukunftsaussichten der jeweiligen Branche für 2013, erwarten 30% der befragten Unternehmen eine Verbesserung der Konjunkturlage ihrer Branche im Vergleich zum Vorjahr, nur 19% sehen eine Verschlechterung der Lage. Im Vorjahr waren nur 17% der Befragten der Meinung, dass sich die Situation ihrer Branche verbessern wird, während 15% eine Verschlechterung der Lage vermuteten.
Standortfaktoren: Arbeitskräfte ein wichtiges Kriterium für Investoren
Mit der Umfrage wird jährlich eine Bewertung wichtiger Standortfaktoren für Investitionsentscheidungen abgefragt – aus Sicht der Unternehmen. Da die Umfrage standardisiert in MOE-Ländern durchgeführt wird, erlaubt sie ländervergleichende Aussagen. Hierzu möchten wir an dieser Stelle auf die Publikation MOE-Konjunkturbericht hinweisen, die voraussichtlich ab Mitte August auf der Homepage AHK Rumänien (Deutsch und Englisch) zu finden sein wird.
Zu den wichtigsten Investitionskriterien für Unternehmen gehören die verfügbaren Humanressourcen am potentiellen Standort. Abgefragt in der Umfrage werden z.B. Qualifikation, Kosten, Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Arbeitsrecht und die Qualität des Berufsbildungssystems und der akademischen Ausbildung. Andere Standortfaktoren betreffen insbesondere das Arbeitsumfeld mit staatlichen Verwaltungen und deren Effizienz, hierzu gehören unter anderem Bürokratie, Korruption, Fördermittel, Recht und Steuern, Infrastruktur und die Wirtschaftspolitik. Zu den Faktoren, die mit dem Markt- und Geschäftsumfeld zusammenhängen und in der Umfrage abgefragt wurden, gehören Verfügbarkeit von Zulieferern und Zahlungsdisziplin.
Auf der Liste der Standortkriterien stehen, wie bereits erwähnt, ganz oben die Bedingungen am Arbeitsmarkt. Es geht hierbei nicht nur um günstige Arbeitskosten, sondern um eine Kombination aus Kosten, Qualifikation und Produktivität. Kosten und Produktivität stehen nach Ansicht der meisten Befragten in einem guten Verhältnis, was für deutsche Firmen einen maßgeblichen Anreiz darstellt, in Rumänien tätig zu werden. Laut Umfrage besteht jedoch ein großer Nachholbedarf beim Thema Berufsbildung, Qualifikation der Arbeitnehmer sowie im Arbeitsrecht.
Das Personal erfüllt insgesamt die Erwartungen der Unternehmen und auch das geschäftliche Umfeld wird als zufriedenstellend wahrgenommen, nur die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden sehr kritisch bewertet.
Berufsausbildungssystem als Standortvorteil aufbauen
Eines der Schwerpunktthemen für potenzielle Investoren und etablierte Unternehmen in Rumänien ist bereits seit vielen Jahren die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und damit zusammenhängend das Thema Berufsausbildung. Nach 1989 hat Rumänien in die Berufsausbildung leider so gut wie nichts mehr investiert. Deutsche Investoren haben oft darauf hingewiesen, dass das rumänische Ausbildungssystem durch das Fehlen einer beruflichen Ausbildung unterhalb des universitären Bereichs eine Lücke darstellt. Durch den Erlass der Verordnung Nr. 3168/2012 zur Genehmigung der Methodik für die Organisation und Funktion der zweijährigen Berufsbildung ist eine gesetzliche Grundlage geschaffen wurden, auf der die Berufsbildung in Rumänien neu durchstarten kann. Es geht um eine praxisorientierte Berufsausbildung, die in enger Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbeteiligten und den staatlichen Institutionen der Nachfrage auf dem lokalen Arbeitsmarkt gerecht werden soll. Ziel ist es, hierdurch die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften sicherzustellen und gleichzeitig jungen Menschen eine gute berufliche Perspektive zu bieten. Insbesondere vor dem Hintergrund des derzeit hohen Niveaus der Jugendarbeitslosigkeit kann ein praxisorientiertes und qualitativ hochwertiges System der beruflichen Qualifizierung mit starkem Einbezug der Unternehmen, einen wesentlichen positiven Beitrag leisten. Rumänien kann sich durch den Aufbau eines derartigen Systems einen wichtigen Standortvorteil aufbauen, da in Rumänien ansässige Unternehmen auf entsprechend ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können.
In vielen Bereichen gibt es noch reichlich Handlungsbedarf
Weiterhin sehr großen Handlungsbedarf sehen die befragten Unternehmen in den Bereichen: Infrastruktur, Steuersystem, Zugang zu Fördermitteln, Berufsbildungssystem, Transparenz, Berechenbarkeit, Korruption und Rechtssicherheit. Während die Bewertung der Rechtssicherheit im Vergleich zum Vorjahr etwas besser ausfällt, sind 27% der Unternehmen mit dem Zugang zu Fördermitteln sehr unzufrieden (2012: 19%). Die EU-Fördermittel sind eine wichtige Finanzierungsquelle, die effizient und sinnvoll eingesetzt, die tragende Säule für den Aufbau der Infrastruktur sein könnte. Die Infrastruktur ist ein weiteres Thema, wo 52% der befragten Unternehmen sehr unzufrieden sind (2012: 32%). Auch in den Bereichen Transparenz und öffentliche Vergabe, Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik, Korruption, politische und soziale Stabilität ging die Zufriedenheit der Befragten im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Euro-Einführung keine Priorität
Die Euro-Einführung in Rumänien wird von der Mehrheit der befragten Unternehmen (52%) als erstrebenswert betrachtet, jedoch ist deren Anteil stark zurückgegangen. 2009 lag der Anteil derer, die eine Euro-Einführung für wünschenswert hielten, bei über 80%.
Rumänien bleibt attraktiv für deutsche Unternehmen
Obwohl die einzelnen Standortfaktoren eher negativ bewertet wurden, ergibt sich ein relativ positives Gesamtbild. So ergaben die Einschätzungen der Umfrageteilnehmer hinsichtlich des Investitionsstandorts, dass sie mit dem gewählten Standort zufrieden sind. 83% der befragten Unternehmen würden Rumänien als Standort wieder wählen, wenn auch weniger als im Vorjahr (2012: 89%). „Das zeigt, dass trotz einiger Probleme die Erwartungen insgesamt erfüllt wurden, so dass das Engagement in Rumänien insgesamt erfolgreich ist und sich lohnt“, erklärte Sebastian Metz.
Attraktivster Investitionsstandort in der Region Mittel- und Osteuropa ist laut der diesjährigen Konjunkturumfrage Polen, das nun erstmals Tschechien vom Spitzenplatz verdrängt. Tschechien führte die Liste seit der ersten Umfrage in 2006 an. In der Umfrage wurden für Rumänien in diesem Jahr überwiegend kritische, zum Teil sehr kritische Antworten gegeben, doch würden die meisten Unternehmen den Investitionsstandort Rumänien wieder wählen. Das Land ist in den Augen der Investoren in der Gesamtwertung im Vergleich zum Vorjahr einen Platz zurückgefallen und befindet sich jetzt auf Platz 11 von 20 Ländern, die sich an der Umfrage beteiligt haben.
Über die Konjunkturumfrage
Die MOE-Konjunkturumfrage wurde bereits zum achten Mal von deutschen Auslandshandelskammern in 16 Ländern Mittel- und Osteuropas durchgeführt und liefert umfangreiche Informationen für potenzielle Investoren, aber auch für die Wirtschaftspolitik. Über 1.600 Manager bewerteten die wirtschaftliche Lage, ihre Investitions- und Beschäftigungspläne und das Investitionsumfeld vor Ort. Die AHK Rumänien hat 153 Unternehmen befragt, die sich zur allgemeinen Wirtschaftslage in Rumänien, zu der Geschäftslage des Unternehmens und den Zukunftsaussichten der Branche und den verschiedenen Standortfaktoren in Rumänien wie Steuersystem, Infrastruktur, Rechtssicherheit, öffentliche Vergabe, Berechenbarkeit, Arbeitsmarkt geäußert haben. Daraus ergibt sich ein allgemeines Bild über die Erfahrungen und Erwartungen deutscher Unternehmen in Rumänien.
Die meisten befragten Unternehmen kommen aus dem Dienstleistungssektor (43%) und dem verarbeitenden Gewerbe (23%), gefolgt von Handel (20%), Bauwirtschaft (10%), Energie- und Wasserversorgung und Entsorgung (4%).
Über die AHK Rumänien
Die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien), gegründet im September 2002, zählt rund 530 Mitglieder und ist somit die größte bilaterale Wirtschaftsvereinigung in Rumänien. Durch ihre Dienstleistungen und Tätigkeiten unterstützt die AHK Rumänien deutsche Unternehmen bei ihrem Markteintritt in Rumänien und versteht sich gleichzeitig als Partner für rumänische Unternehmen, die an den deutschen Markt interessiert sind. Weitere Informationen unter: www.ahkrumaenien.ro.

Weitere Informationen unter:
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