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Equity Daily

Die jüngst getätigten Äußerungen von Fed-Chef Bernanke haben die EWU-Schuldenkrise zumindest kurzfristig in den Hintergrund gedrängt. Bernanke bekräftigte die grundsätzliche Bereitschaft der US-Notenbank, die schwache Konjunktur und die lahme Erholung des Arbeitsmarktes notfalls zu stützen. Konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bilanzausweitung (nächste FOMC-Sitzung: 31. Juli/ 1. August) gab es allerdings nicht. Dennoch halten sich Spekulationen über ein drittes Anleihekaufprogramm (QE3), denn der Fed-Chef zeichnete ein düsteres Konjunkturbild. Fazit: QE3-Spekulationen werden von Datenveröffentlichungen beeinflusst. Bei den heute anstehenden Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird sich zeigen, ob der überraschende Rückgang der Vorwoche ein Ausrutscher war oder ob sich eine Verbesserung der Lage abzeichnet. Wir sind skeptisch und halten einen Anstieg für wahrscheinlich. Der Philadelphia-Fed-Index sollte sich – ähnlich wie sein Pendant aus New York – erholen. Um aber konjunkturelle Zweifler zu überzeugen, wäre ein Anstieg in den positiven Bereich notwendig. Dies erwarten wir nicht. Die Eigenheimverkäufe werden wohl zeigen, dass sich der Sektor allmählich aus der Talsohle befreit. Mit einer Überraschung auf der Oberseite rechnen wir allerdings nicht. Zudem hat die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Immobilienmarktes seit 2005 stark abgenommen, sodass es gefährlich wäre, die Erholung auf die Gesamtwirtschaft zu übertragen. Zusammen mit dem Index der Frühindikatoren, der ein negatives Vorzeichen aufweisen dürfte, wird der heutige Datenkranz die konjunkturellen Sorgenfalten kaum glätten. Verstärkte QE3-Spekulationen sind unserer Ansicht nach aber auch nicht angebracht.
Heute findet eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages statt, bei der über Finanzhilfen zur Rekapitalisierung spanischer Banken entschieden werden soll. Zwar ist aufgrund der zu erwartenden Gegenstimmen aus den eigenen Reihen nicht mit einer Kanzlermehrheit zu rechnen, dennoch dürfte das Vorhaben vom Bundestag durchgewunken werden. In diesem Fall könnte die Eurogruppe am Freitag beschließen, die EFSF-Hilfen im Umfang von 30 Mrd. EUR auf den Weg zu bringen. Spanien zeigt sich zuversichtlich, die Staatsschuldenkrise mit Hilfe der zugesagten Bankenhilfe und des beschlossenen Sparpakets in den Griff zu bekommen. Marktteilnehmer sind da eher skeptisch, denn die Risikoaufschläge spanischer Anleihen gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen sind unverändert hoch.
Aktienmärkte: Nachdem der DAX seit Tagen um die bei etwa 6.575 Punkten verlaufende 100- Tagelinie pendelte, gelang gestern der Anstieg darüber. Der deutsche Leitindex schloss bei 6684 Zählern. Damit wurde auch das Hoch vom 5. Juli bei 6.641 Punkten überwunden, was aus technischer Sicht Potenzial nach oben generiert. Die Indikatoren haben sich ebenfalls aufgehellt. Der MACD-Verlauf im Tageschart erhöht die Wahrscheinlichkeit steigender. Die nächste Zielmarke liegt bei 6.875 Punkten. Solange die Unterstützung bei 6.349 Punkten hält, bleibt das verhalten positive Szenario intakt.
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