Forward-Rate-Agreement (FRA) – was ist das?

Was ist ein FRA?
Ein Forward Rate Agreement (FRA) ist eine Vereinbarung zweier Vertragsparteien, in der der Zinssatz für einen zukünftigen Zeitraum und für einen vereinbarten Nominalbetrag fixiert wird. Beim FRA wird keine Abmachung über den Austausch von Kapital getroffen. FRAs werden in den gängigen Laufzeiten zumeist beidseitig quotiert, d.h., es wird eine Geldseite (Kauf eines FRA) und eine Briefseite (Verkauf eines FRA) genannt. Bei der Quotierung eines FRA werden neben dem Zinssatz auch zwei Zahlen zur Bestimmung der Zeiträume angegeben (z.B. 3 x 9, sprich: 3 gegen 9 Monate FRA). Die erste Zahl bezieht sich auf den Zeitraum von Vertragsabschluß bis Zinsfestsetzung (Vorlaufperiode + Zinsperiode). Ein 3 x 9 FRA hat somit eine 3-monatige Vorlaufperiode und eine 9-monatige Gesamtlaufzeit; die Zinsperiode beträgt 6 Monate (Gesamtlaufzeit abzüglich Vorlaufzeit). Bei Beginn der vereinbarten Zinsperiode wird der Referenzzinssatz mit dem vereinbarten FRA-Zinssatz verglichen. Liegt der Referenzzinssatz (z.B. EURIBOR) über dem FRA-Zinssatz, so erhält der Käufer des FRA die Differenz zwischen Referenzzinssatz und FRA-Zinssatz vergütet. Analog muß der FRA-Käufer die Differenz erstatten, sofern der Referenzzinssatz unter dem FRA-Zinssatz liegt. Ein eventueller Ausgleichsbetrag wird gemäß den Usancen des FRA-Marktes schon zu Beginn der Zinsperiode, als Ergebnis des Vergleichs zwischen Referenzzinssatz und FRA-Zinssatz, in diskontierter Form gezahlt. In Verbindung mit einer Finanzierung sichert sich der Käufer eines FRA den Zinssatz für die betreffende Periode. Die tatsächlichen Finanzierungskosten ergeben sich aus der Addition von FRA-Zinssatz und der Marge der EURIBOR-Finanzierung.
Determinanten eines FRA
• Nominalbetrag
• FRA-Zinssatz
• Gesamtlaufzeit:
4 bis 24 Monate (Vorlauf- und Zinsperiode)
• Vorlaufperiode:
1 bis 21 Monate
• Zinsperiode:
Zeitraum der Zinssicherung – 3, 6, 9 oder 12 Monate
• Referenzzinssatz:
EURIBOR, LIBOR, …
• Fixingdatum:
Zeitpunkt des Zinsvergleichs (FRA-Zinssatz/Referenzzinssatz) Einsatzmöglichkeiten auf der Passivseite Zinsabsicherung von geplanten Kreditaufnahmen: Wird bei der Liquiditätsplanung ein in der Zukunft auftretender Kreditbedarf ermittelt, so können die Zinsaufwendungen für diese Geldmarktkreditaufnahme schon vorab durch den Kauf von FRAs fixiert werden. Zinsabsicherung von bestehenden Krediten: Erwartet ein Unternehmen Zinssteigerungen, so können bestehende variabel verzinste Kredite durch den Kauf von FRAs gegen das Risiko steigender Zinsen abgesichert werden.
Einsatzmöglichkeiten auf der Aktivseite Zinsabsicherung von geplanten Veranlagungen: Erwartet ein Unternehmen einen Liquiditätsüberschuss in der Zukunft und hält die gegenwärtigen Zinsen für attraktiv, so können diese Zinsen für einen Zeitraum in der Zukunft bereits jetzt fixiert werden. Zinsabsicherung von bestehenden Veranlagungen: Durch den Verkauf von FRAs können bestehende Veranlagungen gegen das Risiko sinkender Zinsen abgesichert werden. Ausstieg aus einem FRA – jederzeit möglich durch ein Gegengeschäft.

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