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Friedrich: Unterstützung der syrischen Flücht-linge vor Ort hat Vorrang

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat heute den Hohen Flüchtlings-kommissar der Vereinten Nationen Antonió Guterres zu politischen Gesprä-chen empfangen. Es bestand dabei Einigkeit, dass derzeit nach wie vor die Unterstützung der Flüchtlinge vor Ort vorrangig ist. Eine Aufnahme von Flüchtlingen aus der Krisenregion sei daher, außer bei humanitären Einzelfällen, nicht vorgesehen. Friedrich und Guterres betonten aber, dass bei einer Verschärfung der Lage vor Ort es zu einer Neubewertung kommen könne.

Guterres dankte dem Minister vor allem für die bereits schon erfolgte Unter-stützung der Flüchtlinge in den Anrainerstaaten von Syrien. „Es ist beachtlich, was das THW im Flüchtlingslager al Za?atari im jordanisch-syrischen Grenzgebiet leistet“, sagte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinen Nationen Antonió Guterres heute im Gespräch mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Berlin. Am Rande des Treffens im Bundesinnenministerium wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem UNHCR und dem THW unterzeichnet. Mit der heute unterzeichneten Kooperationsvereinbarung soll die bisherige gute Zusammenarbeit bekräftigt werden. Zukünftig ist es möglich, technische Expertinnen und Experten sowie THW-Unterstützungsmodule noch schneller auf den Weg zu bringen, um beispielsweise Basislager in Flüchtlingscamps aufzubauen, Flüchtlinge mit Wasser zu versorgen und IT-Infrastruktur einzurichten. „Dadurch setzt Deutschland mit dem THW ein Zeichen für den Flüchtlingsschutz“, sagte Friedrich. Die Schulung von UN-HCR-Angehörigen im Notfallmanagement ist ebenfalls Bestandteil der Kooperation.

Während seines Besuches in den Nachbarländern Syriens hatte Guterres An-fang September in Jordanien Station gemacht und das Flüchtlingslager al Za?atari besucht. „Ich habe die Installationen, die mit Hilfe des THW gebaut wurden, gesehen und war beeindruckt, in welcher Geschwindigkeit und Qualität die Wasserversorgung und sanitäre Anlagen buchstäblich aus dem Boden gestampft wurden“, berichtete der Hohe Flüchtlingskommissar dem Bundesinnenminister. „Die Bundesregierung stellt der internationalen Hilfe gerne das THW als Partner an die Seite, denn wir wissen, dass auf das THW immer Verlass ist“, entgegnete Bundesinnenminister Friedrich.

Seit 1990 unterstützt das THW weltweit das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und stellt regelmäßig technische und logistische Hilfe sowie Material und Personal zur Verfügung. Das THW ist die Einsatzorganisation der Bundesrepublik Deutschland im Bevölkerungsschutz und wird „zu 99 Prozent“ von ehrenamtlichen Kräften getragen. Mit technischem Fachwissen und Spezialgerät ist das THW wichtiger Partner für Feuerwehr, Polizei und andere Hilfsorganisationen in Deutschland, Europa und weltweit. Das THW ist Teil des deutschen Beitrags im Europäischen Gemeinschaftsverfahren und leistet im internationalen Bereich technisch-humanitäre Hilfe. In den vergangenen sechs Jahrzehnten war das THW weltweit in mehr als 130 Ländern bei humanitärer Soforthilfe, Projekten und Hilfsgütertransporten im Einsatz.

In der jordanischen Hauptstadt Amman hilft das THW bereits seit April der Deutschen Botschaft bei der Bewertung der humanitären Lage. Nach den an-wachsenden Flüchtlingsströmen wurde das THW im Juli auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes vom Bundesinnenministerium beauftragt, in Zusammen-arbeit mit dem UNHCR, jordanischen Behörden und Hilfsorganisationen den Aufbau des Flüchtlingscamps Za?atari zu unterstützen. THW-Teams kümmern sich im jordanisch-syrischen Grenzgebiet um den Ausbau des Camps und ver-sorgen mittlerweile mehr als 30.000 syrische Flüchtlinge mit Trinkwasser.

www.thw.de

Verantwortlich: Jens Teschke
Redaktion: Markus Beyer, Dr. Mareike Kutt, Hendrik Lörges, Dr. Philipp Spauschus

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