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FZ: Die dunkle Seite des Mondes Kommentar der Fuldaer Zeitung (Ausgabe 4. Januar 2019) zur chinesischen Mondlandung:

Künftige Kriege werden im All gewonnen. Das wissen
und betonen chinesische Militärexperten, auch ungefragt. Jetzt ist
eine Sonde aus dem Reich der Mitte auf der dunklen Seite des Mondes
gelandet, die in Wirklichkeit genauso hell ist, wie die der Erde
zugewandte Hälfte. Ist das anspruchsvolle Experiment der symbolische
Griff nach den Sternen oder eine Demonstration der Überlegenheit im
All gegenüber den USA, die nach ihren bemannten Mondlandungen nicht
mal mehr Raketen als Lift zur Raumstation haben? Wohl beides. Im Jahr
des Erdschweins mit Saatgut zum Mond – das verspricht Glück und
Reichtum nach dem chinesischen Horoskop. Ob der Mond sich allerdings
als gewinnbringende Gemüseplantage eignet, ist eher fraglich. Aber
für die Chinesen ist die Macht wichtiger noch als Reichtum, und deren
Erlangung überlassen sie nicht dem Glück, sprich Zufall. Sowohl auf
der Erde als auch im All geht das Reich der Mitte dabei einen
konsequenten Weg. Den haben beim Bau der neuen Seidenstraße aber auch
bei der Annahme teurer Kredite und dem Überlassen von Bodenschätzen
Entwicklungsländer in Afrika und Ostasien zu spüren bekommen. Die
wirtschaftliche und technische Eroberungsarmee von Xi Jinping lässt
dort keinen Stein auf dem anderen, vernichtet Traditionen und bringt
die Länder und ihre Bewohner in Abhängigkeit. Wie weit die Chinesen –
auch militärisch – im All sind, zeigt die Landung auf dem Mond, wo
nicht nur Saatgut getestet wird. Auch wenn aktuell die Kritik an den
USA und ihrem merkwürdigen Präsidenten angesagt ist, darf der Westen
die bedrohliche Einflussnahme Chinas in vielen Bereichen nicht
ignorieren. Wer sich mit einer Verbrüderung mit den Machthabern in
Peking für Donald Trumps riskante und ignorante Politik revanchieren
wollte, ginge denn auch einen gefährlichen Deal ein. Die Chinesen
haben längst den Fuß in der Tür Deutschlands, wo sie nach und nach
kreative Unternehmen in Schlüsselindustrien aufkaufen. Und sie
verdienen an zum Teil höchst fragwürdigen Exporten. Es macht jedoch
keinen Sinn, Peking zu verprellen, auch wenn die
Menschenrechtsverletzungen dort eigentlich nicht hinnehmbar sind.
Aber die diplomatische Bereitschaft zur kommunikativen Annäherung
sollte eine Sicherheitsdistanz nicht unterschreiten. Der perfekte
Kontrollstaat, den China gerne auch auf andere Länder ausdehnen
würde, ist die dunkle Seite des Mondes im Land des Lächelns. Und die
hat nicht den liebenswerten Charme von Pink Floyds Musik oder Martin
Suters Roman.

Pressekontakt:
Fuldaer Zeitung
Volker Feuerstein
Telefon: 0661 280-301
volker.feuerstein@fuldaerzeitung.de

Original-Content von: Fuldaer Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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