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Goldrausch – große Studie zu Edelmetallen.

Ganz entscheidend ist der Grund, warum Sie Gold oder andere Edelmetalle in Ihr Portfolio kaufen. Tun Sie aus dem Bedürfnis heraus, ein bestimmtes Gefühl der Sicherheit zu haben; etwas zu haben, das immer „etwas“ wert ist – gut, machen Sie das. Wenn Sie aber darauf hoffen, mit Gold Geld zu verdienen, langfristig eine Performance zu erzielen – oder auch nur langfristig einen Werterhalt zu haben, dann ist eine Investition in Gold ziemlich sicher die falsche Entscheidung.

Nun aber zu den Fakten: Wir haben die monatlichen Schlusskurse von Januar 1972 bis November 2009 für die nachfolgenden Edelmetalle erhoben und analysiert: Gold, Palladium, Platin, Rhodium und Silber. Die Ergebnisse werden Sie überraschen… soviel sei gleich zu Beginn versprochen.

Mythos 1: Gold und Edelmetalle sind eine „sichere“ Sache.

Tatsächlich ist es so, dass die Kurse für Gold und andere Edelmetalle starken Schwankungen unterworfen sind. Die Preise steigen und fallen – die Bewegung geht keineswegs nur nach oben. Genauso wie am Aktien- oder Rentenmarkt.

Die langfristigen Kursschwankungen (1972 – heute) betragen:

Gold +/- 53,49%
Palladium +/- 88,70%
Platin +/- 62,81%
Rhodium +/- 114,72%
Silber +/- 61,37%

Ermittelt wurden die sog. Volatilität – die Schwankungsbreite um den langfristigen mittleren Wert. Die Volatilität (Standardabweichung) ist das übliche Maß zur Messung des Risikos einer Kapitalanlage.

Die Volatilitäten sind keineswegs stabil, sondern verändern sich ebenfalls im Laufe der Zeit. So sehen die Risikomaße beispielsweise für die letzten 5 Jahre (2004 – 2009) aus:

Gold +/- 34,61%
Palladium +/- 28,83%
Platin +/- 24,21%
Rhodium +/- 73,11%
Silber +/- 33,15%

Was man also sieht, ist, dass Gold einmal – innerhalb der Edelmetalle – die sicherste Anlage war, da der Goldpreis relativ gesehen stabiler war, als die Preise für die anderen Edelmetalle. Dies hat sich allerdings geändert. In jüngerer Zeit sind alle anderen Metalle bis auf das Rhodium weniger Kursschwankungen unterworfen als Gold.

Mythos 2: Langfristig gewinnt man mit Gold immer.

Angenommen Sie hätten Ende 1979 (also vor 30 Jahren) einen Goldbarren gekauft. Diesen haben Sie zu Hause liegen lassen, in dem guten Gefühl etwas Dauerhaftes zu haben. Zu Hause deshalb, weil wir die teilweise sehr hohen Kosten der Einlagerung bei einer Bank außen vor lassen wollen… Nun, da der Goldpreis Rekordhöhen erreicht hat, wollen Sie heute wissen, was Ihr Gold wert ist und welche Rendite Sie erzielen würden, wenn Sie Ihren Barren heute verkaufen würden.

Gold 4,84% p.a.
Palladium 3,44% p.a.
Platin 4,04% p.a.
Rhodium 4,21% p.a.
Silber -0,64% p.a.

Die Preisentwicklung ist in US-Dollar, der üblichen Handelswährung für Gold dargestellt. Je nach dem in welchem Land Sie leben, haben Sie wahrscheinlich Ihre Heimatwährung in US-Dollar getauscht, damit Gold gekauft – und würden jetzt wieder US-Dollar erlösen, welche Sie dann z.B. in Euro umtauschen würden. Wenn Sie z.B. Ihr Gold mit Deutscher Mark gekauft haben und nun Euro zurückhaben wollten… schade. Denn dann legen Sie drauf. Das liegt weniger am Gold, sondern vielmehr daran, dass der US-Dollar so sehr an Wert verloren hat. Aber darauf kommen wir später noch…

Angenommen, Sie hätten Sie zu einem anderen Zeitpunkt dafür entschieden, Gold oder ein anderes Edelmetall zu kaufen. Was wäre aus Ihrem Investment heute geworden?

Vor 25 Jahren hätten Sie am besten Platin gekauft. Vor 20 Jahren am besten Silber. So auch vor 15 Jahren. Vor 10 Jahren war Gold die beste Entscheidung. Vor 5 Jahren war es wieder Silber. Und wer im Zuge der Finanzkrise im Herbst 2008 etwas kaufen wollte – für den war Gold mit großem Abstand die schlechteste Wahl. Palladium und Rhodium waren die Metalle, die am besten liefen. Gefolgt von Silber und Platin.

Wenn wir nun noch das Risiko, die Sicherheit und Stabilität der Investition, mit in unsere Betrachtung einfließen lassen… Ändert sich dann das Bild? Ja – das tut es. Von Rhodium hätten Sie die Finger gelassen und sich auf Silber, Palladium und Platin konzentriert. Gold verschwindet gänzlich aus Ihrem Fokus.

Mythos 3: Der langfristige Werterhalt – das Problem mit der Inflation und dem Dollar-Kurs.

Alle Edelmetalle werden im US-Dollar gehandelt – insofern haben Sie bei allen Edelmetallen das gleiche Problem: die Wertentwicklung des US-Dollar. Hinzu kommt die Inflationsrate. Auch dieses Problem trifft Sie gleichermaßen für alle Edelmetalle. Und das wiederum bedeutet, dass sich an der grundsätzlichen Aussage von oben, welche die beste Investition in Edelmetalle war, nichts mehr ändern wird. Nur – je nach dem in welchem Land Sie leben, haben Sie ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Inflation gemacht. Insofern ist es spannend zu sehen, ob denn langfristig ein Werterhalt erreicht wurde.

Wir haben uns einmal Deutschland näher angeschaut – ein Wert von 100 EUR heute, entspricht einem Wert von 50,32 EUR im Jahr 1979. D.h., wenn wir nur einmal die Inflation der letzten 30 Jahre betrachten, haben wir ganz grob gerechnet eine Halbierung der Geldwerte. Mit anderen Worten – um einen nominalen Werterhalt darstellen zu können, muss ein Invest in Edelmetalle zunächst einmal die Inflationsrate „verdienen“. In unserem Beispiel muss sich der Wert unserer Edelmetalle in 30 Jahren zumindest verdoppelt haben, um den nominalen Wert zu erhalten.

30-jährige Wertentwicklung – inflationsbereinigt

Gold 0,78% p.a.
Palladium 0,07% p.a.
Platin 0,38% p.a.
Rhodium 0,46% p.a.
Silber -1,98% p.a.

Hier kommt eine schlechte Nachricht. Die Edelmetalle haben es langfristig nur knapp geschafft, die Inflationsrate zu verdienen und somit nominal wertstabil zu sein. (vor Berücksichtigung der Wechselkurs-Entwicklung)

Die gute Nachricht. In kürzeren Fristen sind die Preise der Edelmetalle schneller gestiegen als beispielsweise die Inflationsrate in Deutschland. Das ist weniger den Metallpreisen geschuldet als der Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank – hier haben wir seit 1993 eine herausragende Politik der Geldstabilität. Der Effekt ist aber, dass sich Investitionen in Edelmetalle in der Frist 15 Jahre und kürzer (mit Ausnahme 10 Jahre Palladium) insofern gelohnt haben als das die Wertentwicklung der Metallpreise nach Inflation sehr positiv waren.

Nun zum Problem mit dem Dollarkurs… Dieser ist alles andere als stabil. 1972 musste man für einen Dollar 3,48 DM oder 1,779 EUR bezahlen. Heute muss man für einen Dollar noch 0,6702 EUR bezahlen. Respektive ist ein Dollar nominal noch 0,67 EUR wert.

Dementsprechend stellt sich die Frage, wie hoch der Währungsverlust oder Währungsgewinn ausfällt, wenn man vor 5, 10 oder 20 Jahren sein Geld in Dollar getauscht hat, um damit dann z.B. Gold zu kaufen.

Dollar / EUR – Kauf von Dollar von…

30 Jahren: -28,51%
25 Jahren: -53,94%
20 Jahren: -30,28%
15 Jahren: -19,22%
10 Jahren: -28,63%
5 Jahren: -16,75%
1 Jahr: -1,39%

Das bedeutet: Wenn Sie z.B. vor 20 Jahren Gold gekauft haben und es heute verkaufen würden… Wie wäre Ihre Rechnung?

1989: Kaufpreis 409,39 USD bzw. 409,39 * 0,9614 EUR = 393,59 EUR
2009: Verkauf zu 1.115,25 USD bzw. 1.115,25 * 0,6702 EUR = 747,44 EUR

Die Wertentwicklung in Dollar beträgt 172,41% – in Euro sind es 89,90%.

Die nachstehende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die währungsbereinigten, absoluten Ergebnisse über die Laufzeit:

[Daten auf http://blog.thallos.ag verfügbar.]

Und was bedeutet dies inflationsbereinigt, wie es so schön heißt?

Nehmen wir die Daten von Deutschland: Der Geldwert 1989 war rund 49% höher als heute. Das bedeutet, dass der inflationsbereinigte Verkaufspreis 747,44 / 1,4907 = 501,40 EUR (in Preisen von 1989) betragen würde. Dementsprechend verringert sich die inflationsbereinigte Wertentwicklung auf 27,37% – über den Zeitraum von 20 Jahren. Das entspricht einer Realverzinsung von 1,36% pro Jahr.

Dürfen wir Ihnen an dieser Stelle einmal eine Frage stellen? Wenn wir Ihnen eine Kapitalanlage empfehlen würden, die Ihnen eine jährliche, reale Verzinsung von 1,36% vor Kosten bei über 50% Risiko bietet… Würden Sie diese bei uns zeichnen? Nein? Aber Gold schon?

[Daten auf http://blog.thallos.ag verfügbar.]

Die obenstehende Tabelle zeigt Ihnen die absolute Wertentwicklung an – währungsbereinigt und inflationsbereinigt.

Wie Sie sehen, hat es keines der Edelmetalle geschafft in der langen Frist einen Werterhalt darzustellen. Weiter erkennen wir, dass Palladium und Rhodium besonders starken Schwankungen ausgesetzt waren und immer wieder kräftig ins Minus abgerutscht sind. (Vgl. auch die Volatilität) Für den Nicht-Profi also eher eine ungeeignete Anlage.

Generell verkürzt sich der optimale Anlagezeitraum in Edelmetalle auf 20 Jahre und weniger. Und weiter gilt, dass Silber, Platin und Gold in dieser Reihenfolge die richtige Wahl waren. Und wer am ruhigsten schlafen will, sollte zu Platin greifen. Platin hatte in den Zeiträumen der vergangenen 15, 10 und 5 Jahren die geringste Volatilität und bot damit das geringste Risiko und die größte Sicherheit. Und das bei einer herausragenden Rendite im ganz kurzen Bereich.

Kenner greifen in unsicheren Zeiten also nicht zu Gold, sondern zu Platin. Und weiter gilt: Wenn Sie alte Goldbestände haben, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu verkaufen. Historisch betrachtet, werden Sie kaum wieder einen besseren Zeitpunkt bekommen, um Ihr altes Gold zu Geld zu machen. Denn es gilt noch etwas Weiteres: Wenn der Dollar wieder steigt, wird das Gold an Wert verlieren – die Inflation aber bleibt.

Ihre thallos Vermögensverwaltung
Alexander Berger & Dr. Robert Göötz

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