Hacker-Angriffe bestätigen Cyber-Risiko / Hiscox Cyber Readiness Report 2019 zeigt hohen Aufklärungsbedarf (FOTO)


 

Erneut macht ein erfolgreicher Hacker-Angriff Schlagzeilen. Bis
zu 14 Millionen Kundendaten sollen durch einen Angriff auf das IT-System des
Elektronik-Händlers Conrad betroffen sein. Doch, wenn wie in diesem Fall die
Sicherheitslücke geschlossen wurde, beginnt die Arbeit für IT- und
Rechtsexperten erst richtig. Kunden müssen informiert und der volle Umfang des
Schadens festgestellt werden. Dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall
handelt zeigt der Cyber Readiness Report von Hiscox.

Der Aufklärungsbedarf in Deutschland ist nach wie vor hoch: Auch nach steigenden
Schadenzahlen und medienwirksamen Hacker-Angriffen waren viele Unternehmen
bisher nicht überzeugt, dass Cyber-Risiken für sie relevant sind. Dies
verdeutlicht unter anderem die stetig hohe Anzahl an schlecht vorbereiteten
“Cyber-Anfängern”, die die Studie jährlich ermittelt. (Cyber-Anfänger in
Deutschland laut Report 2019: 70%; 2018: 77%) Nun legen die Ergebnisse nahe,
dass Unternehmen das Ausmaß des Risikos erkennen. Die Daten basieren auf einer
Umfrage unter 5.392 Unternehmen aus Deutschland, den USA, Großbritannien,
Frankreich, Spanien, Belgien und den Niederlanden. Im Auftrag des
Spezialversicherers Hiscox befragte das Marktforschungsinstitut Forrester
Consulting Unternehmensvertreter zu ihren Erfahrungen sowie ihrem Umgang mit
Cyber-Attacken.

Anzahl der Cyber-Attacken und Schadenhöhen steigen drastisch

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass die Frequenz von Cyber-Einschlägen
weiter steigt und die Folgen der Angriffe für die Unternehmen immer teurer
werden. 61% der befragten deutschen Firmen waren in den vergangenen 12 Monaten
von mindestens einer Cyber-Attacke betroffen (Report 2018: 48%). Mit einem
Anteil von 30% erlebten zudem mehr Unternehmen vier oder sogar mehr Angriffe,
während laut dem Report 2018 noch 20% so häufig attackiert wurden. Eine
Erklärung für den Anstieg könnte die 2018 in Kraft getretene Europäische
Datenschutz-Grundverordnung sein, da seitdem 84% aller befragten europäischen
Firmen im Panel verstärkt in Maßnahmen zur Detektion und Meldung von
Cyber-Vorfällen investiert haben. Die durchschnittlichen Kosten aus allen
erlittenen Cyber-Zwischenfällen pro Unternehmen stiegen international von
229.000 US-Dollar (Report 2018) auf 369.000 US-Dollar, was einem Zuwachs von 61%
entspricht. Aufgrund einzelner besonders hoher Schadenfälle vermeldeten
betroffene deutsche Unternehmen eine durchschnittliche Schadenhöhe von besonders
hohen 906.000 US-Dollar.

Vernetzte Supply Chain als Einfallstor

Die steigenden Angriffszahlen bekommen vor allem kleine und mittlere Unternehmen
verstärkt zu spüren. In allen untersuchten Ländern wurden 47% der kleinen und
63% der mittelgroßen Betriebe Opfer von Cyber-Attacken (Report 2018: kleine
Betriebe: 33%; mittlere Betriebe: 36%). Durch die zunehmende Vernetzung der
Unternehmen finden Cyber-Kriminelle zudem mehr potenzielle Einfallstore, um in
fremde Systeme zu gelangen. Besonders die digitalisierte Lieferkette wurde 65%
aller betroffenen Unternehmen zum Verhängnis und die Angreifer nutzten
Verbindungen zu Zulieferern, um Zugriff zu erlangen.

“Der Anstieg von Schadenfällen und -summen verwundert uns nicht. Natürlich lässt
sich die dramatische Steigerung teilweise damit erklären, dass Unternehmen
sensibilisiert wurden, nachdem die DSGVO in Kraft trat. Heute werden mehr
entdeckte Schadenfälle auch gemeldet. Gleichzeitig ist das Niveau von Schutz-
und Präventionsmaßnahmen in vielen Unternehmen nach wie vor bedenklich. Diesen
Vorteil können Cyber-Kriminelle leicht für sich nutzen. Entscheider müssen
realisieren, dass Cyber-Kriminalität ein reales Geschäftsrisiko der
digitalisierten Welt ist, und nicht nur eine Modeerscheinung”, erläutert Robert
Dietrich, Managing Director Germany der Hiscox SA.

Cyber-Selbstbewusstsein der Unternehmen sinkt

Während sich die Cyber-Abwehrbereitschaft der Unternehmen wenig weiterentwickelt
hat, wächst zumindest das Bewusstsein für den mangelnden Schutz: Seit 2017
sinken die Zustimmungswerte in Bezug darauf, wie selbstbewusst Unternehmen ihrer
Cyber-Strategie gegenüberstehen. So gaben beispielsweise im Report 2019 nur noch
59% der international Befragten an, dass ihre Geschäftsleitung eine klare
Vorstellung davon hat, wie Cyber-Sicherheit gemanagt werden muss. Im Report 2018
stimmten dieser Aussage noch 61% zu und 2017 sogar 75%. Diese Entwicklung
spricht dafür, dass sich der Kenntnisstand der Unternehmen rund um Cyber-Risiken
gebessert hat und sie ihre Abwehrkompetenzen im Vergleich zu den Vorjahren nicht
mehr überschätzen.

Zu wenig Cyber-Know-how auf Unternehmensseite

Gemessen an den Kriterien Strategie, Ressourcen, Technologie und Prozesse zählt
nach wie vor die überwiegende Mehrheit (70%) der befragten deutschen Unternehmen
zu den sogenannten Cyber-Anfängern. Auf den Fall eines Cyber-Angriffs sind sie
nur unzureichend vorbereitet. 19% gelten als Fortgeschrittene und nur 11% als
Cyber-Experten (Report 2018: 77% Anfänger; 14% Fortgeschrittene; 10% Experten).

Erste Verbesserungen im Umgang mit digitalen Risiken

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Befragten keine Cyber-Experten sind, zeigen
sich dennoch Verbesserungen im Umgang mit digitalen Gefahren. Immer mehr
Unternehmen in Deutschland verfügen über einen Mitarbeiter, der dezidiert für
Cyber-Risiken zuständig ist (Report 2019: 85%; 2018: 69%). Außerdem reagieren
mehr Firmen mit konkreten Gegenmaßnahmen, wenn sie Opfer eines Cyber-Angriffs
wurden. Nur noch 32% der betroffenen deutschen Unternehmen gaben an, dass sich
nach einer Attacke nichts geändert hat (Report 2018: 45%). Zur Absicherung ihrer
Risiken haben international bereits 41% der Studienteilnehmer eine
Cyber-Versicherung abgeschlossen (Report 2018: 33%), 30% planen einen Abschluss
innerhalb der nächsten 12 Monate (Report 2018: 25%).

“In der vernetzten Business-Welt werden digitale Gefahren schnell zum
Geschäftshemmnis. Um Cyber-Risiken kalkulierbar machen zu können, muss jedes
Unternehmen die individuellen Schwachstellen kennen. Was sind die wertvollsten
Daten? Was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn diese Daten verloren oder
verschlüsselt sind? Kein Risiko sollte davon abhalten, neue digitale Lebens-,
Arbeitsräume und Geschäftsbeziehungen angstfrei zu nutzen. Denn zukunftsfähige
Versicherungslösungen werden Teil des IT-Sicherheitskonzepts in Unternehmen”,
kommentiert Robert Dietrich.

Der Hiscox Cyber Readiness Report 2019 und weitere Informationen zur Studie sind
unter www.hiscox.de/cyber-readiness-report-2019 verfügbar.

Pressekontakt:
LoeschHundLiepold Kommunikation
Sabina Howacker
Tegernseer Platz 7
81541 München
+49 (0) 89 72 01 87 18
hiscox@lhlk.de

Hiscox
Franziska Schaefer
Arnulfstraße 31
80636 München

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/15936/4445336
OTS: Hiscox

Original-Content von: Hiscox, übermittelt durch news aktuell

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