Jeder fünfte Beschäftigte hat zu kurze Ruhezeiten / Negative Zusammenhänge mit Gesundheit und Work-Life-Balance

Beschäftigte mit verkürzten Ruhezeiten haben häufiger
gesundheitliche Beschwerden und eine schlechtere Work-Life-Balance. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA). Die Studie zeigt ebenso, dass das Risiko größer ist, die
Ruhezeiten nicht einzuhalten, je länger die Tages- beziehungsweise
Wochenarbeitszeiten der Beschäftigten sind. Die Publikation baua: Bericht
kompakt “Verkürzte Ruhezeiten: Auswirkungen auf die Gesundheit und die
Work-Life-Balance” fasst diese und weitere Forschungsergebnisse übersichtlich
zusammen.

Das deutsche Arbeitszeitgesetz legt die Höchstgrenzen für die tägliche
Arbeitszeit und die Mindestdauer für Arbeitsunterbrechungen fest. In der Regel
haben Beschäftigte demnach Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von elf
Stunden. Das Gesetz lässt jedoch Verkürzungen in bestimmten Bereichen wie zum
Beispiel im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft oder beim Rundfunk zu. Zudem
können abweichende Regelungen tarifvertraglich getroffen werden.

In der BAuA-Arbeitszeitbefragung von 2017 wurden die Beschäftigten erstmals dazu
befragt, ob sie die Mindestruhezeiten einhalten. Rund 20 Prozent der
Vollzeitbeschäftigten geben an, dass sie mindestens einmal im Monat von
verkürzten Ruhezeiten betroffen sind. Am höchsten ist der Anteil im
Gesundheitswesen: hier berichten 39 Prozent der dort Beschäftigten, dass sie
mindestens einmal im Monat von verkürzten Ruhezeiten betroffen sind.

Die Auswertung zeigt: Insgesamt haben Beschäftigte mit verkürzten Ruhezeiten
mehr psychosomatische Beschwerden als Beschäftigte mit mindestens elfstündigen
Ruhezeiten. Dazu zählen zum Beispiel Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder
emotionale Erschöpfung. Auch die Work-Life-Balance verschlechtert sich
signifikant.

Die Studie der BAuA macht deutlich, dass Mindestruhezeiten nach wie vor ein
wichtiges und sinnvolles Instrument des Arbeitsschutzes sind. Die Autoren
empfehlen, geltende Mindeststandards auch in Zukunft beizubehalten und vor allem
die Länge der Ruhezeiten beziehungsweise die Ausnahmeregelungen und Abweichungen
noch stärker in den Blick zu nehmen.

“Verkürzte Ruhezeiten: Auswirkungen auf die Gesundheit und die Work-Life-
Balance”; Leon Ratermann, Nils Backhaus, Corinna Brauner, Anita Tisch; Dortmund:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019; 1. Auflage; 2 Seiten;
doi: 10.21934/baua:berichtkompakt20191030

Den baua: Bericht kompakt gibt es im PDF-Format zum Herunterladen im
Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Direkter Link: www.baua.de/dok/8825610.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie
betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im
Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die
Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der
Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der
Außenstelle Chemnitz arbeiten über 700 Beschäftigte. www.baua.de

Pressekontakt:
Jörg Feldmann
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 6.1, Pressearbeit
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel.: 0231 9071-2330
E-Mail: presse@baua.bund.de
www.baua.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/103969/4449169
OTS: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Original-Content von: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, übermittelt durch news aktuell

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