Kassenärzte-Chef Gassen rechnet mit steigender Zahl von Corona-Fällen und warnt vor Panik „Corona ist nicht Ebola“

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sieht den
Höhepunkt an Coronavirus-Infektionen in Deutschland noch nicht erreicht.
Zugleich warnt er vor Panik. „Ich rechne damit, dass die Zahl der gemeldeten
Fälle noch weiter ansteigen wird“, sagte Gassen der Düsseldorfer „Rheinischen
Post“ (Donnerstag). Dazu könne man aber keine sicheren Aussagen treffen, weil
man nicht wisse, wie viele Infizierte es bereits gebe, die weitgehend ohne
Symptome bleiben. „Wir wissen auch nicht abschließend, auf welchen Wegen und wie
schnell sich das Virus verbreitet. Auch können wir noch nicht einschätzen, wie
gefährlich Corona wirklich ist.“ Die meisten Infizierten entwickelten nur milde
oft wenig spezifische Symptome. Das leistungsfähige deutsche Gesundheitssystem
sei in der Lage, auch eine größere Zahl an Infektionen zu bewältigen, betonte
Gassen. Entscheidend sei eine gute Abstimmung zwischen allen Ebenen, was auch
geschehe. Der Kassenärzte-Chef betonte: „Wichtig ist, nicht in Panik zu
verfallen. Corona ist nicht Ebola.“ Gassen zog den Vergleich zur „normalen“
Influenza, bei der es im vergangenen halben Jahr zu 80.000 bewiesenen
Infektionen mit 130 Todesfällen gekommen sei. „Bislang wurde beim Coronavirus
eine Todesrate von rund einem Prozent gemessen. Ich vermute, dass sie unter
Berücksichtigung aller Infizierten mit und ohne Symptomen geringer ist.“

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