KfW Kreditmarktausblick: Kreditneugeschäft legt überraschend stark zu – aber perspektivisch schwächere Dynamik zu erwarten

– Kreditmarkt wächst im 1. Quartal unerwartet stark mit 7,1% ggü.
Vorjahr
– Treiber sind insbesondere kurzfristige Kredite
– Eingetrübte Wirtschaftsaussichten und angespanntes
internationales Umfeld lassen Rückgang erwarten

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und
Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland (ohne
Wohnungsbau und Finanzunternehmen) ist im 2. Quartal 2019
überraschend stark um 7,1% gegenüber Vorjahr gewachsen. Im Vergleich
zum Jahresstart, als der entsprechende Wert noch bei 6,0 % lag, ist
damit wieder eine Aufwärtsdynamik zu beobachten, von der man
eigentlich glaubte, sie gehöre angesichts der seit längerem mauen
Konjunktur der Vergangenheit an. KfW Research geht davon aus, dass
die Dynamik sich im weiteren Jahresverlauf abschwächt. Bereits für
das 3. Quartal werden niedrigere Wachstumsraten des
Kreditneugeschäfts erwartet.

Der Grund für diese Skepsis zeigt sich, wenn man in die Details
blickt: Im zweiten Quartal wuchsen zwar auch die längerfristigen
Kredite kräftig, doch Treiber der höheren Dynamik waren die
kurzfristigen. Diese werden, gerade in Zeiten konjunktureller
Schwäche, häufig zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder zur
Lagerfinanzierung verwendet. Sollte sich herausstellen, dass sich die
Konjunktur nicht bald spürbar erholt – und hierfür gibt es derzeit
tatsächlich keine Anzeichen – dürften die Unternehmen auf diese
Kredite dann verzichten. Stattdessen würden sie vermutlich Kosten
senken bzw. Lager und Produktion zurückfahren. Auch die
Investitionspläne dürften in einer solchen Situation beschnitten
werden, was in der Regel dämpfend auf das Neugeschäft mit
längerfristigen Krediten wirkt.

Auf der Kreditangebotsseite stehen die Zeichen ebenfalls auf
rückläufige Dynamik: Die anhaltende Unsicherheit über die weitere
wirtschaftliche Entwicklung bei zuletzt schon merklicher
Konjunktureintrübung dürfte dazu führen, dass die Banken und
Sparkassen in ihrer Kreditvergabe restriktiver werden. Der jüngste
Bank Lending Survey der Bundesbank gibt hiervon bereits Zeugnis.

“Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen
präsentiert sich aktuell auf den ersten Blick in Bestform. Doch diese
Entwicklung ist keine nachhaltige. Bei nochmals eingetrübten
Wirtschaftsaussichten und fortgesetzt hoher Unsicherheit, die
unverändert aus den Handelskonflikten und der unendlichen Geschichte
des Brexit resultieren, wird ein Wachstumsrückgang der
Kreditneuzusagen immer wahrscheinlicher”, fasst Dr. Sebastian Wanke,
Ökonom bei KfW Research, zusammen.

Hinweis:

KfW Research berechnet den KfW-Kreditmarktausblick vierteljährlich
exklusiv für das Handelsblatt. Die aktuelle Ausgabe ist abrufbar
unter: www.kfw.de/kreditmarktausblick

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 – 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Christine Volk
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Christine.Volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell

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