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Klassenziel am Ausbildungsmarkt trotz Punktlandung verfehlt

Das Klassenziel auf dem Ausbildungsmarkt Bonn/Rhein-Sieg wurde nicht erreicht. Die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg liegt mit 2.240 Verträgen zwar um 0,3 Prozent höher als im Corona-Jahr 2020 (2.233 Verträge). Dabei ist der gewerblich-technische Bereich (vor allem die Industrie) mit einem Plus von 22,1 Prozent oder 653 Verträgen (Vorjahr: 535 Verträge) verantwortlich für diese Punktlandung. Im kaufmännischen und Dienstleistungsbereich gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen weiteren Rückgang auf 1.578 Verträge – das sind sieben Prozent oder 120 Verträge weniger als 2020 (1.698 Verträge). „Wir liegen damit noch um ein Fünftel hinter den Vor-Corona-Jahren 2018 und 2019 zurück“, sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Im Jahr 2018 wurden bei der IHK 2.938 Verträge eingetragen, 2019 waren es 2.807 Verträge. Hindenberg: „Der Vergleich zeigt, dass von einer Normalisierung auf dem Ausbildungsmarkt noch lange nicht die Rede sein kann.“

Auch die Zahlen der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg spiegeln die schwierige Situation wider. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen liegt bei 1.166 Stellen und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent verringert (2020: 1.186 unbesetzte Ausbildungsstellen). Dagegen ist die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber mit 922 Unversorgten im Jahr 2021 gegenüber 1.085 Unversorgten im Vorjahr stark zurückgegangen. Das sind 163 unversorgte Bewerber oder 15 Prozent weniger. Bei gleichzeitig 1,3 unbesetzten Stellen pro Bewerber zeigt sich die schwierige Lage der Betriebe.

„Es wird deutlich, dass die Mechanismen der Ausbildungsvermittlung in diesem Jahr viel Sand im Getriebe hatten,“ so Hindenberg: „Wir müssen jetzt gemeinsam mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt alles tun, um Betriebe und Jugendliche bei ihrer jeweiligen Suche zu unterstützen.“ Eines der wichtigsten Instrumente hierbei sind Berufspraktika.

Deshalb unterstützt die IHK die Initiative „Praktikum jetzt!“ im Rahmen des Übergangsmanagements Schule-Beruf „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“, das vom Land NRW und den Kommunen getragen wird. Praktika machen die Berufswelt für junge Menschen erlebbar. Und das ist aktuell wichtiger denn je!

Die IHK Bonn/Rhein geht davon aus, dass auf Grund der hohen Zahl von unbesetzten Ausbildungsplätzen in diesem Jahr noch viele Möglichkeiten für eine Berufsausbildung bestehen. Die Kammer bittet die Unternehmen, Bewerbern auch jetzt noch eine Chance zu geben. Die Jugendlichen ruft sie auf, sich aktiv zu bewerben.

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