Kleine und mittlere Unternehmen mit großer Treue zur Hausbank

– Neun von zehn Mittelständlern vertrauen auf primäres
Kreditinstitut
– Persönlicher Kontakt wichtig: Jeden Tag sind 36.000
Mittelständler vor Ort in ihrer Bankfiliale
– Hausbankbindung mit durchschnittlicher Dauer von 20 Jahren sehr
beständig
– Hausbank ist hauptsächlicher, für die Hälfte der Firmen sogar
alleiniger Kreditgeber

Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland schätzen und
pflegen die Beziehung zu ihrer Hausbank, wie eine Sonderauswertung
von KfW Research auf Basis KfW-Mittelstandspanels belegt. Gut neun
von zehn Mittelständlern setzen auf das Hausbank-Prinzip und
vertrauen in Finanzfragen einer Hausbank. Die Mehrheit des
Mittelstands setzt dabei auf lediglich eine Bankbeziehung (52%), ein
knappes Drittel hat zwei Bankverbindungen (31%) und nur 11%
unterhalten zu drei Kreditinstituten Geschäftsbeziehungen. Je größer
ein Mittelständler ist, umso häufiger hat er mehrere
Bankverbindungen. Unabhängig von der Unternehmensgröße gilt hingegen,
dass die Verbindung zwischen Mittelständler und Bank bzw. Sparkasse
von großer Beständigkeit ist – im Schnitt halten die Firmen ihren
Kreditinstituten seit 20 Jahren die Treue. Mit der neuen Untersuchung
von KfW Research liegen erstmals repräsentative Daten für die
Bankverbindungen des Mittelstands hierzulande vor. Die Angaben
beziehen sich auf das Jahr 2017.

Die neue KfW-Analyse zeigt auch: In Zeiten, in denen die
Filialnetze der deutschen Banken und Sparkassen bereits seit längerem
ausdünnen, bleibt der persönliche Kontakt zum Berater für die
Mehrzahl der Mittelständler wichtig. Zwei Drittel aller kleinen und
mittleren Unternehmen nehmen jährlich mindestens einen
Geschäftstermin in einer Filiale wahr, im Schnitt liegt die Zahl der
Filialbesuche eines Mittelständlers bei etwa 4 pro Jahr.
Hochgerechnet ergibt sich so ein geschätztes Gesamtvolumen von über 9
Millionen Hausbankterminen pro Jahr. Anders formuliert: Jeden Tag
sind rund 36.000 mittelständische Unternehmen vor Ort bei ihrem
Kreditinstitut.

Unter den Finanzdienstleistungen, die die Hausbank für den
Mittelständler erbringt, kommt neben der Führung eines
Geschäftskontos vor allem der Kreditvergabe eine herausragende Rolle
zu. Rund 80% des gesamten Kreditvolumens (kurz- und langfristige
Kredite einschließlich Kontokorrentkredite sowie
Betriebsmitteldarlehen) eines kleinen oder mittleren Unternehmens
werden über die Hausbank bereitgestellt. 58% aller mittelständischen
Unternehmen haben ausschließlich bei ihrer Hausbank Kredite
aufgenommen. Auch hier gilt jedoch: Je größer ein Mittelständler,
umso stärker diversifiziert sind die Quellen seiner Kreditaufnahme.

“Vertrauensvolle und stabile Geschäftsbeziehungen zu ausgewählten
Kreditinstituten sind ein entscheidendes Kriterium für Qualität und
Quantität in der Kreditversorgung des Mittelstands in Deutschland”,
sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Durch das
Hausbankprinzip ergäben sich starke Informationsvorteile für die
Banken und Sparkassen, etwa durch eine vorliegende Kredithistorie
oder bessere Einblicke in “weiche Faktoren” wie Managementqualität,
Verlässlichkeit oder Unternehmensstrategie. Für den Mittelstand wirke
sich das positiv auf Kreditzugang und -konditionen aus. “Mit Blick
auf den Filialrückbau bleibt daher entscheidend, dass auch bei weiter
abnehmender Filialzahl die für mittelständische Unternehmenskunden
wichtige Nähe zum Berater erhalten bleibt. Ich bin hier
zuversichtlich: Die technologische Entwicklung sorgt dafür, dass Nähe
nicht ausschließlich durch persönliche Vor-Ort-Kontakte entsteht,
sondern verstärkt auch über digitale Kommunikationswege.” Und auch
das Verhalten der Kunden ändere sich: “Bereits heute benötigt nicht
jedes mittelständische Unternehmen die Filiale vor Ort, um seine
Bankgeschäfte abzuwickeln. Nach unserer Analyse hat ein Drittel aller
Mittelständler trotz bestehender Geschäftsbeziehungen die Filiale der
Hausbank im Jahr nicht ein einziges Mal besucht.”

Die aktuelle KfW-Analyse zur Hausbankbeziehung des Mittelstands
ist abrufbar unter www.kfw.de/fokus

Zur Datenbasis:

Die aktuelle KfW-Analyse zur Hausbankbeziehung kleiner und
mittlerer Unternehmen in Deutschland basiert auf einer
Sonderauswertung des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels 2018. Zur
Grundgesamtheit des KfW-Mittelstandspanels gehören alle privaten
Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, deren Umsatz die Grenze von
500 Mio. EUR pro Jahr nicht übersteigt. Die Hauptbefragung lief vom
12.02. bis zum 22.06.2018.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 – 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM , Christine Volk
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Christine.volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell

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