Klimaschutz kann nicht warten

Das Coronavirus legt auch die internationale Klimadiplomatie lahm. Der für den Herbst geplante UN-Gipfel in Glasgow wird auf irgendwann nächstes Jahr verschoben. Klingt wie: Der Klimaschutz kann warten. Einerseits ist die Entscheidung leicht nachzuvollziehen. Wer weiß, ob die Pandemie bis dahin wirklich weltweit unter Kontrolle ist. Ein internationaler Mega-Event mit 20 000 Teilnehmern könnte im Wortsinne tödlich sein. Andererseits kann die Verschiebung fatale Folgen haben. Dann nämlich, wenn Regierungen sie als bequeme Ausrede nutzen, um auch ihre Verpflichtung zum Nachschärfen ihrer CO2-Reduktionsziele mit Blick auf das 1,5- bis Zwei-Grad-Erwärmungslimit wegzudrücken. Ein neuer Gipfeltermin im nächsten Frühjahr wäre gut, weil dann der Corona-Lag nicht zu groß würde und das den Druck auf die Regierungen erhöht, den Wiederaufbau mit Blick auf Glasgow als “Green Deal” anzulegen. Dann wäre sogar noch etwas gewonnen.

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