Klingbeil lobt große Koalition in der Corona-Krise

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat den Umgang der großen Koalition mit der Corona-Epidemie gelobt und die Bedeutung der Volksparteien für Stabilität in Krisenzeiten betont. “Vor ein paar Monaten galten Volksparteien als langweilig und abgeschrieben”, sagte Klingbeil der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Samstag). “Jetzt zeigt sich in dieser außergewöhnlichen Krisenzeit, wie wichtig das Verbindende, die Verlässlichkeit, die Erfahrung und die Stabilität von SPD, CDU und CSU in der Bundesregierung sind”, so der SPD-Generalsekretär. Er sei “sehr froh, dass sich alle Beteiligten in der Koalition zum Wohle des Landes zusammengerauft haben, um in der Krisenzeit an der Seite der Menschen zu stehen.” Klingbeil würdigte auch das Verhalten von großen Teilen der Opposition bei den Beschlüssen gegen die Corona-Epidemie: “Und dabei haben über Parteigrenzen hinweg in der Regierung und in der Opposition bis auf wenige Ausnahmen alle an einem Strang gezogen.” Mit Blick auf die Regierung fügte er hinzu: “Wenn es einen Moment gibt, diese große Koalition zu loben, dann ist er jetzt gekommen.” Es sei richtig gewesen, dass die SPD aus Staatsräson in diese Regierung gegangen ist. “Ich möchte mir derzeit nicht ausmalen, wie Deutschland durch diese Krise kommen würde, wenn nicht so erfahrene und krisenerprobte Politiker wie Angela Merkel und Olaf Scholz die Verantwortung tragen würden”, sagte Klingbeil. Und das gelte in ein paar Wochen auch für den Weg aus dem Krisenmodus hinaus. “Wir können nach Corona nicht einfach so weitermachen, als wäre nichts geschehen”, sagte Klingbeil und mahnte strukturelle Veränderungen an: “Wir werden dieses Land wieder aufrichten.” Man werde einen Weg finden müssen, soziale und systemrelevante Berufe im Supermarkt, in der Pflege, im öffentlichen Nahverkehr besser zu bezahlen. “Das muss uns als Gesellschaft mehr wert sein”, sagte Klingbeil. “Ich möchte, dass wir unsere medizinische Versorgung eigenständig sichern können, ohne vom –good will– anderer abhängig zu sein.” Und man werde einen enormen Digitalisierungsschub erleben. “Das ist eine Notwendigkeit, die in diesen Tagen jeder spürt, der versucht sein Leben oder seine Arbeit neu zu organisieren”, so Klingbeil.

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