Kölner Stadt-Anzeiger: Kritik aus NRW-SPD an Scholz– Vorstoß zu Männervereinen – “Das löst keine Probleme”

Köln. In der Debatte über die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für
reine Männervereine bekommt Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) jetzt auch
Widerspruch aus der eigenen Partei. “Ich halte von dem Vorschlag von Olaf Scholz
deshalb nichts, weil er keine Probleme löst”, sagte der nordrhein-westfälische
SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty dem “Kölner Stadt-Anzeiger”
(Freitag-Ausgabe). Die Debatte treffe auch nicht die Emotionslage der
Parteimitglieder. Unter Hinweis auf seine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche
sagte Kutschaty: “Bei mir hat sich noch kein Mann darüber ausgeweint, dass er
nicht beim Frauenchor mitsingen durfte.” Wenn man wirklich etwas gegen die
Benachteiligung von Frauen tun wolle, gebe es “bessere Ansatzmöglichkeiten als
über die Gemeinnützigkeit von Vereinen zu diskutieren”. Die SPD-Fraktion im
Düsseldorfer Landtag bringe etwa ein “Paritätsgesetz” in den Landtag ein, das
mehr Frauen ins Parlament bringen solle.

Im Rennen um die CDU-Kanzlerkandidatur rief Kutschaty den
NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet auf, konsequent zu sein: “Sollte Laschet
tatsächlich Kanzlerkandidat werden, muss er das Zepter jedenfalls sofort
abgeben. Man kann das größte Bundesland nicht im Nebenjob regieren.” Norbert
Röttgen habe 2012 als CDU-Spitzenkandidat in NRW eine “historische Niederlage
eingefahren, weil seine politischen Perspektiven unklar waren”, so Kutschaty.

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