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Kölner Stadt-Anzeiger: Staatsanwaltschaft Köln: Archiveinsturz 2009 wäre vermeidbar gewesen Fotografien zeigen gravierende Mängel beim U-Bahn-Bau unter dem Gebäude

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 wäre
vermeidbar gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt die Kölner
Staatsanwaltschaft in ihren Ermittlungen, über die der „Kölner
Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe) berichtet. Auf zahlreichen Fotos aus
den Jahren 2007 und 2008 seien die Beschädigungen an der U-Bahn-Wand
zu sehen, die den Archiv-Einsturz ausgelöst haben sollen. Auch Jahre
nachdem die Wand fehlerhaft gebaut worden war, so die Ermittler,
hätte demnach die Gefahr für die darüber liegenden Gebäude erkannt
und gebannt werden können, wenn die zuständigen
Baustellen-Kontrolleure ihre Arbeit gemacht hätten.

Im September 2005 sollen ein Polier und Baggerführer die Schäden
in der Wand durch Pfusch verursacht und dann vertuscht haben. Mit
ihnen angeklagt sind zwei Bauüberwacher der Kölner Verkehrs-Betriebe
(KVB) sowie drei leitende Angestellte der beteiligten Bauunternehmen.
Auch sie sollen auf ganzer Linie versagt haben. Anstatt – wie
vorgeschrieben – vor allem die Seitenwand-Fugen auch während des
Ausbaggerns der innen liegenden Baustellenfläche systematisch zu
kontrollieren, seien andere Arbeitsschritte überprüft und
dokumentiert worden. Anders ist es nach Ansicht der
Staatsanwaltschaft nicht zu erklären, dass die Gefahr nicht erkannt
wurde.

Die Aufnahmen von damals sind heute ein wichtiges Beweismittel im
Strafverfahren zum Einsturz, wie die Zeitung weiter berichtet. Die
Fotos zeigten, oft ungewollt und nur im Hintergrund, die Probleme an
der Baustellenwand, die den Ermittlungen zufolge schon im März 2007
sichtbar waren. Und zwar so deutlich, dass sie einem Fachmann nach
Ansicht der Fahnder regelrecht hätten „ins Auge springen“ müssen.
Obwohl der mitangeklagte Polier beim Bau des Wandabschnitts
Unterlagen gefälscht und Probleme verschwiegen haben soll, hätten die
Kontrolleure nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auch schon aufgrund
der vorhandenen Informationen alarmiert sein müssen. Doch anstatt
besonders penibel zu kontrollieren, seien sogar übliche Überprüfungen
nicht durchgeführt worden.

Die am Kölner U-Bahn-Bau beteiligten Firmen bestreiten den
Vorwurf, durch einen Baufehler den Einsturz des Stadtarchivs
verursacht zu haben. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Untersuchungen
vor Ort noch gar nicht abgeschlossen“, sagte ein Sprecher der
Firmen-Arbeitsgemeinschaft ARGE. Eine klare Einsturzursache habe
bisher nicht nachgewiesen werden können.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

Original-Content von: K?lner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell

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