Kommentar Debatte um italienische Verhältnisse in Deutschland Angst allein hilft nicht gegen Corona Thomas Seim

Mediziner, insbesondere die des Robert-Koch-Instituts (RKI), haben die Aufgabe und die Pflicht, Bürgerinnen und Bürger auf Gefahren und Risiken für Gesundheit und Überleben rechtzeitig hinzuweisen. Erlaubt ist ihnen auch, dafür drastische Bilder und Szenarien zu benutzen. Kontraproduktiv wird das, wenn es im Ergebnis dazu führt, dass die Warnungen und Hinweise von den Adressaten ignoriert werden, weil sie entweder zu abwegig oder zu bedrohlich sind. So sehr man dem RKI-Chef Lothar Wieler in seiner Arbeit trauen mag: Italienische Verhältnisse für Deutschland nicht auszuschließen, das hilft nichts zur Bewältigung der Krisenlage hier. Im Gegenteil: Die Konzentration ausschließlich auf Maßnahmen gegen die Bedrohungen durch Corona birgt das Risiko, dass wir die Gefährdungen durch die Isolation der Menschen, den Verlust von Arbeit und Einkommen oder gar durch Versorgungsengpässe unterschätzen. In Süditalien drohen bereits schwere soziale Unruhen wegen der wirtschaftlichen Folgen von Corona. Es gab erste Plünderungen und den Aufruf zur Revolution. Deutschland ist von solchen italienischen Verhältnissen weit entfernt. Die Herausforderung der Handelnden lautet, dies zu stabilisieren. Mit Katastrophenszenarien allein wird dies nicht gelingen.

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