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Kreditvergabe: Banken vernachlässigen Kleinunternehmen / Wachsender Milliardenmarkt wird Fintechs überlassen

Die Kreditvergabe für Privatkunden konnten
Banken erfolgreich standardisieren und vereinfachen. Gewerbetreibende
und Freiberufler hingegen kämpfen weiterhin mit komplizierten
Formularen und intransparenten Prozessen. Hochwertige digitale
Lösungen finden sie bislang nur bei den Fintechs. Dabei steigt der
Zahl der Selbstständigen in freien Berufen beständig und liegt schon
bei über 1,4 Million. Die Folge: Die großen Finanzhäuser drohen in
diesem Zukunftsmarkt den Anschluss zu verlieren und Newcomern das
Feld zu überlassen.

„In der Digitalisierung des Gewerbekredits steckt noch viel
Potenzial für die Banken“, ist sich Sven Dost, Senior Consultant bei
der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung
Cofinpro sicher. Fintechs sowie amerikanische IT-Unternehmen und
Zahlungsdienstleister nutzen die Schwäche der traditionellen
Institute bereits aus und „punkten mit Schnelligkeit, einfachen
Antragsstrecken und neuen Formen der Bonitätsprüfung.“

Dabei können sie auf einen großen Markt zugreifen: Freiberufler
und kleinere Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern beantragen
jährlich Kredite in Höhe von über 16 Milliarden Euro.
Gewerbetreibende und Freiberufler tragen mit 32 Prozent bereits jetzt
den größten Anteil des Volumens langfristiger Investitionskredite im
KMU-Segment. Und in Zukunft könnten es noch mehr werden, da der
Arbeitsmarkt im Wandel ist. So stieg die Zahl der Selbstständigen in
freien Berufen in Deutschland von 2008 bis 2018 von rund 1 Million
auf 1,407 Millionen.

Im Gegensatz zu Privatkunden müssen sich Selbstständige bei ihrer
Bank auf einen langen Prozess einstellen, wenn sie einen Kredit
beantragen: Neben wirtschaftlichen Zahlen des Unternehmens,
Einkommensteuerbescheid und Selbstauskunft ist meist auch ein
persönliches Berater-Gespräch „Pflicht“. Dass Gewerbetreibende und
Freiberufler aufgrund dieser hohen Anforderungspflichten gegenüber
Angestellten schlechter gestellt werden, ist nach Ansicht des
Cofinpro-Kreditexperten nicht gerechtfertigt. Meist genüge ein Blick
auf Kontoumsätze, persönliche Daten sowie ein „Verhaltens-Scoring“
zum Kunden und seiner Vergleichsgruppe, um eine schnelle
Bonitätsentscheidung treffen zu können. „Nehmen wir zum Beispiel
einen freiberuflichen IT-Berater“, erklärt Sven Dost: „Über
Vergleichsdaten mit der Peergroup – die der Bank aus eigenen Daten
bekannt sind – lassen sich laufende Ausgaben leicht ermitteln. Die
wichtigsten Informationen für eine Entscheidung liegen dank der
Digitalisierung auf Knopfdruck vor.“

Von einer Vereinfachung und Standardisierung des Antragsprozesses
könnten Kunden wie Banken gleichermaßen profitieren: „Jeder
Gewerbekunde sollte den Prozess in wenigen Minuten fehlerfrei
durchklicken können und sofort eine Zu- bzw. Absage bekommen“, so der
Cofinpro-Berater. Wichtig dabei: Banken sollten komplizierte
Formulierungen und eine Informationsflut vermeiden, da
Kleinunternehmen nicht immer über das notwendige Finanz-
beziehungsweise Buchhaltungswissen verfügen. Anträge müssten so
gestaltet sein, dass jeder Kunde in der Lage dazu ist, den Kredit
selbständig abzuschließen. Dadurch steigt die Attraktivität für den
Kunden und kostspielige manuelle Prozesse werden für die Bank
überflüssig.

Der digitalisierte Antragsprozess erhöht nicht nur die Effizienz
und verringert die Fehlerquote in der Kreditantragsbearbeitung. Dank
objektiver und transparenter Vergaberichtlinien könne die Bank zudem
ihr Risiko besser steuern und kontrollieren. Der Anbieter kann sein
Produktportfolio optimal an einzelne Kundengruppen anpassen und
darüber auch neue Features anbieten, zum Beispiel innovative
Rückzahlungsmodalitäten oder eine Anbindung an Vergleichs- bzw.
Vermittlerplattformen im Internet.

Über Cofinpro (www.cofinpro.de)

Cofinpro unterstützt Deutschlands führende Finanzdienstleister bei
der Verbesserung von Geschäftsprozessen. Zu den Kunden zählen große
Privatbanken, Landesbanken und die Genossenschaftliche FinanzGruppe
sowie die führenden Kapitalverwaltungsgesellschaften. Gegründet 2007
als mitarbeitergetragene Aktiengesellschaft beschäftigt die
Unternehmensberatung inzwischen mehr als 150 Bank- und
Technologieexperten. Das Haus hat 2019 zum neunten Mal in Folge vom
Great Place to Work® Institut die Auszeichnung als einer der besten
Arbeitgeber Deutschlands erhalten.

Pressekontakt:
corpNEWSmedia
Claudia Thöring
Redaktion
Tel.: +49 (0) 40 207 6969 82
E-Mail: claudia.thoering@corpnewsmedia.de

Original-Content von: Cofinpro AG, übermittelt durch news aktuell

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