McKinsey machte deutlich höheren Umsatz bei der Bundeswehr als bisher bekannt

Verteidigungsministerium bestätigt mehrere
Unteraufträge für Beratungsfirma // 7,5 Mio. Euro Umsatz aus
Kooperation mit Rüstungsdienstleister IABG

Die Unternehmensberatung McKinsey hat mit Projekten bei der
Bundeswehr einen deutlich höheren Umsatz gemacht als bislang bekannt.
Wie das Wirtschaftsmagazin –Capital– (Online-Ausgabe) unter Berufung
auf Zahlen des Verteidigungsministeriums berichtet, erhielten
McKinsey und eine Tochterfirma allein bei drei Projekten, an denen
sie als Unterauftragnehmer des Rüstungsdienstleisters IABG beteiligt
waren, in der Zeit von 2015 bis 2018 insgesamt etwa 7,5 Mio. Euro.
Diese Summe geht aus einem Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär
Thomas Silberhorn (CSU) an den Bundestag aus der vergangenen Woche
hervor.

Auf Nachfrage von Abgeordneten hatte die Bundesregierung die
direkten Zahlungen des Verteidigungsministeriums an McKinsey zuletzt
auf “rund 7,5 Euro” beziffert. Bei diesem Betrag waren Unteraufträge
jedoch nicht berücksichtigt.

In dem Schreiben von Staatssekretär Silberhorn werden drei
Projekte aufgeführt, bei denen der Dienstleister IABG die
Consultingfirma oder das McKinsey-Joint-Venture Lumics als
Unterauftragnehmer eingeschaltet hat. Dabei handelte es sich um ein
Projekt zur geplanten europäischen Drohne, ein Hubschrauber-Projekt
(“Task Force Drehflügler”) sowie ein Projekt zum neuen
Marine-Hubschrauber NH90 NTH Sea Lion. Das Gesamtvolumen dieser
Aufträge an die IABG lag demnach bei rund 20 Mio. Euro. Davon flossen
zwischen 2015 und 2018 etwa 7,5 Mio. Euro weiter an die
Subauftragnehmer McKinsey und Lumics. An der Spezialberatung Lumics
halten McKinsey und Lufthansa Technik je 50 Prozent. Lumics war nach
eigenen Angaben als Unterauftragnehmer an der “Task Force
Drehflügler” beteiligt.

Auf Anfragen von –Capital– wollte McKinsey keine Angaben zum
Gesamtumsatz mit Aufträgen und Unteraufträgen bei der Bundeswehr
machen. Ein Sprecher verwies auf frühere Aussagen des
Verteidigungsministeriums, wonach rund fünf Prozent des
Beratungsbudgets des Wehrressorts an McKinsey gegangen seien. “Wir
zählen nicht zu den führenden Beratern des Ministeriums”, erklärte
der Unternehmenssprecher. Die Arbeit in Konsortien und
Unterbeauftragungsverhältnissen sei “gerade im öffentlichen Sektor
üblich und vom Auftraggeber gewollt”, um die Abhängigkeit von einem
Anbieter zu vermeiden und eine breite Expertise sicherzustellen. Das
Verteidigungsministerium wollte zu den konkreten Projekten und
Auftragsvolumina unter Verweis auf Betriebsgeheimnisse der
beteiligten Unternehmen keine Stellung nehmen. Die IABG wollte sich
zu Fragen zu ihren Geschäftsbeziehungen mit McKinsey unter Verweis
auf Verschwiegenheitspflichten im Bereich Verteidigung nicht äußern.

Pressekontakt:
Thomas Steinmann, Redaktion –Capital–
Tel. 030/22 07 45 119
E-Mail: steinmann.thomas@capital.de
www.capital.de

Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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