Mitarbeiter sind Top-Risiko für Cyberkriminalität – Umfrage unter 300 deutschen Entscheidern für digitale Sicherheit (FOTO)


 

Fast zwei Drittel der Cybersicherheitsentscheider in Deutschland
bewerten die eigenen Mitarbeiter als Schwachpunkt ihrer Sicherheitsstrategie.
Dabei räumen sie eigene Versäumnisse ein: So hält ein Drittel die Belegschaft
nicht ausreichend über aktuelle Cyberrisiken auf dem Laufenden. 42 Prozent
verzichten zudem darauf, ihre Belegschaft konsequent für digitale Gefahren auf
Geschäftsreisen zu sensibilisieren. 31 Prozent sagen sogar, dass die Mitarbeiter
bisher überhaupt keine Rolle in der Sicherheitsstrategie ihres Unternehmens
spielen. Das sind Zahlen aus dem Command Control Cybersecurity-Index 2020, für
den im Auftrag der Command Control (3. & 4. März 2020 in München) 300 deutsche
Sicherheitsentscheider befragt wurden.

Die lückenhafte Einbindung der Mitarbeiter in die digitale
Unternehmenssicherheit steht in gefährlichem Widerspruch zur aktuellen
Risikolage: 76 Prozent der Sicherheitsentscheider sehen in Spionage und
Datenverlust durch Trojaner eine große Gefahr. Die Cybersicherheitsbehörde des
Bundes (BSI) bestätigt diese Einschätzung und hat kürzlich erneut eindrücklich
vor der Schadsoftware EMOTET gewarnt, die häufig mithilfe gefälschter E-Mails im
Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten in Unternehmensnetze
eingeschleust wird. “Die Angreifer setzen bei Attacken mit
Verschlüsselungstrojanern verstärkt auf soziale Interaktion – also das Mitwirken
von Mitarbeitern in den Unternehmen”, kommentiert Katharina Keupp,
Projektleiterin der Command Control bei der Messe München. “Dieser Trend
erfordert eine ganz neue Cyber-Resilience von den Unternehmen. Unter anderem
gilt es, kontinuierlich Präventionsarbeit zu betreiben und ein angemessenes
Bewusstsein für Cyberrisiken in der Belegschaft zu erzeugen.”

Unternehmensstrukturen als Hindernis

In vielen Unternehmen erschweren veraltete Strukturen die bessere Einbindung der
Mitarbeiter: 59 Prozent der Entscheider sagen, dass die Silo-artige Struktur
ihres Unternehmens – also die wenig koordinierte und teilweise sogar kaum
vorhandene Zusammenarbeit der Abteilungen – ein Bremser für Cybersicherheit ist.
Der Löwenanteil der Unternehmen hat aber die Absicht, daran etwas zu ändern. So
sagen 84 Prozent der Befragten, dass sie in ihrem Unternehmen eine Kultur der
Cyber-Resilience durch die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter fördern möchten. 86
Prozent der Entscheider sehen ihre Belegschaft aber auch in der Bringschuld und
fordern, dass die Mitarbeiter das klassische Abteilungsdenken sprengen und beim
Thema Cybersicherheit eng zusammenarbeiten.

Command Control – the European Cybersecurity Summit

Wie sich die neuen Anforderungen an Cybersicherheit in der Praxis umsetzen
lassen, diskutieren am 3. und 4. März über 1.500 Cybersicherheitsentscheider wie
CISOs, CIOs, Geschäftsführer, Risk-Manager und Datenschutzbeauftragte auf der
zweiten Auflage der Command Control in München. Im Mittelpunkt des Summits steht
ein interaktives Konferenzprogramm mit 50 internationalen Top-Speakern. Vor Ort
sprechen unter anderem die Cambridge Analytica-Whistleblowerin Brittany Kaiser,
der Leiter Informationssicherheit bei Netflix Jimmy Sanders, der CIO der
weltgrößten Reederei Maersk Adam Banks, der CEO und Mitgründer von IOTA Dominik
Schiener, die Chief Privacy Officerin von eBay Dr. Anna Zeiter und Deutschlands
vermutlich erste Frau im All Dr. Suzanna Randall.

Zudem stellen Philipp Amann von Europol und Heiko Löhr vom Bundeskriminalamt in
Wiesbaden die jüngsten Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden vor.

Command Control Cybersecurity-Index 2020

Für den Command Control Cybersecurity-Index wurden im Sommer 2019 insgesamt
N=300 Fach- und Führungskräfte in Deutschland über ein Marktforschungsinstitut
befragt, die als Allein- oder Mitentscheider für digitale Sicherheit zuständig
sind. 200 Teilnehmer arbeiten für mittelständische Unternehmen mit einer
Mitarbeiterzahl zwischen 100-999. Weitere N=100 sind für Konzerne tätig mit
einer Mitarbeiterzahl von 1.000 plus. 132 Teilnehmer sind mit kritischen
Infrastrukturen befasst. Schwerpunktbranchen der Umfrage sind
Fertigungsindustrie, Finanzen und Energie.

Quelle: Cybersicherheitsbehörde des Bundes (BSI)

http://ots.de/mAfLaV

Messe München

Die Messe München ist mit über 50 eigenen Fachmessen für Investitionsgüter,
Konsumgüter und Neue Technologien einer der weltweit führenden
Messeveranstalter. Insgesamt nehmen jährlich über 50.000 Aussteller und rund
drei Millionen Besucher an den mehr als 200 Veranstaltungen auf dem Messegelände
in München, im ICM – Internationales Congress Center München, im MOC
Veranstaltungscenter München sowie im Ausland teil. Zusammen mit ihren
Tochtergesellschaften organisiert die Messe München Fachmessen in China, Indien,
Brasilien, Russland, der Türkei, Südafrika, Nigeria, Vietnam und im Iran. Mit
einem Netzwerk von Beteiligungsgesellschaften in Europa, Asien, Afrika und
Südamerika sowie rund 70 Auslandsvertretungen für mehr als 100 Länder ist die
Messe München weltweit präsent.

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