Mitteldeutsche Zeitung: zu Schumacher

Nur wie darüber berichten? Was, und wie viel? Soll
man denn auch noch über den Rummel schreiben, den man selbst
verursacht? Geburt, Genesung und Tod richten sich nicht nach den
Nachrichtenzyklen minütlich aktualisierter Meldungen. Wir haben das
Warten besiegt. Niemand muss mehr Schlange stehen und Löcher in die
Luft starren. In unserer Hand blinken auf den Smartphones bereits die
nächsten News. Irgendwo gab es einen Anschlag, irgendjemand trug ein
weit ausgeschnittenes Kleid. Wehe, wenn mal nichts passiert. Dann
drehen wir uns wild im Kreis, Leerlauf trotz Vollgas. Kein Grund
wegzuschauen. Es geht um Leben und Tod – das Einzige, was uns
verbindet – am Beispiel Schumachers. Wir können etwas von ihm lernen.
Und sei es nur die Tugend des Ausharrens.

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Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
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