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Mitteldeutsche Zeitung: zuÄußerungen von Ex-Handballer Stefan Kretzschmar

Kretzschmar wurde 1973 in Leipzig geboren – drei
Jahre vor der Ausbürgerung Wolf Biermanns und 13 Jahre vor der
friedlichen Revolution in der DDR. Seine Aussagen zeugen von
historischer Ignoranz. Denn er erweckt den Eindruck, als sei es heute
vielleicht ein bisschen besser als vor 1989, aber eben nicht wirklich
besser. Dabei wäre er zu jener Zeit in Hohenschönhausen gelandet oder
in Bautzen. Oder man hätte ihn in einen Zug gesetzt und gen Westen
geschafft. Die Aussage ist aber auch falsch, weil die selbst ernannte
Anti-Mainstream-Partei AfD heute im Osten bei Umfragen auf 26 Prozent
kommt. Wer die Flüchtlingspolitik der Regierung kritisiert wie der
Politikwissenschaftler Werner Patzelt, wird von CDU und AfD umworben,
wer Bücher schreibt wie Thilo Sarrazin, wird reich, wer polemisiert
wie Boris Palmer steht jede Woche in der Zeitung und darf
selbstverständlich OB von Tübingen bleiben. Den Mainstream, den
Kretzschmar behauptet, gibt es nicht mehr. Dafür wird
Fremdenfeindlichkeit hoffähig.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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