Münchner Ifo-Institut übt scharfe Kritik am Kohle-Kompromiss von Bund und Ländern: Macht die Energiewende unnötig teuer

Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat den
Bund-Länder-Kompromiss zum Kohleausstieg scharf kritisiert und als unnötig teuer
für die Steuerzahler bezeichnet. “Der Rückgang der Kohleverstromung im letzten
Jahr hat die Wirksamkeit von CO2-Preisen für den Ausstieg aus der Kohle sehr
deutlich gezeigt”, sagte die Energie-Expertin des Ifo-Instituts, Karen Pittel,
der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Freitag). “Es ist zu bedauern, dass
trotzdem ein Kohleausstieg nach Plan weiterverfolgt wird, der die Energiewende
unnötig verteuern wird”, sagte Pittel. “Es ist aktuell nicht absehbar, dass der
Wegfall der Kapazitäten an Stromerzeugung aus Kohle- und Atomkraft durch den
Ausbau erneuerbarer Energien kurzfristig kompensiert werden kann”, erklärte sie.
“Insofern ist mit steigenden Stromimporten und auch zunehmender Erzeugung aus
den verbleibenden Kohlekraftwerken zu rechnen”, sagte Pittel. Eine koordinierte
Unterstützung der Regionen, die am meisten unter dem Rückgang der Kohle leiden,
begrüßte sie. “Allerdings können zu hohe Erwartungen hinsichtlich der Schaffung
neuer Arbeitsplätze und Ansiedlung neuer Industrien langfristig zu
Enttäuschungen führen und damit kontraproduktiv wirken”, gab sie zu bedenken.

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