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Neue OZ: Kommentar zu Pussy Riot

Der Popanz im Kreml

Alle Achtung! Wie die drei angeklagten Musikerinnen der Punkband
Pussy Riot der autoritären Obrigkeit in Russland tapfer die Stirn
bieten, überrascht und verdient Respekt. Denn das Trio muss das
Schlimmste befürchten, wenn es seinen Protest gegen Präsident
Wladimir Putin und den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche vor
Gericht weiter verteidigt. Sicher, der provokante Auftritt in der
Moskauer Erlöserkirche war mehr als ein dummer Streich, der schnell
zu entschuldigen wäre. Die Gruppe nahm mit drastischen Worten die
unheilige Allianz der Kirche mit der Staatsmacht aufs Korn. Selbst in
Deutschland könnte solch ein Tanz vor dem Altar geahndet werden, weil
er eben über die bloße Äußerung einer Meinung hinausgeht. Aber
deswegen würden den Ruhestörern hierzulande niemals sieben Jahre
Straflager drohen. Auch die lange Untersuchungshaft ist alles andere
als verhältnismäßig. Darin zeigt sich, wie finster es um die
Rechtsstaatlichkeit in Russland bestellt ist. Der Kreml zieht im
Hintergrund des Prozesses die Fäden, die orthodoxe Kirche macht sich
zum Handlanger eines Regimes, das Kritiker sogar um den Preis der
Lächerlichkeit mundtot machen will. Denn was ist schon von einer
Regierung zu halten, die drei harmlose junge Frauen fürchtet und sich
dabei zum Popanz macht?

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weitere Informationen unter:
http://


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