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Neue Westfälische (Bielefeld): Gladbecker Geiseldrama im Film Die Wirklichkeit tut weh Lena Vanessa Niewald

Es war mehr als skurril und bizarr: Millionen
Zuschauer verfolgen 1988 teilweise live, wie zwei Kriminelle nach
einem Banküberfall in Gladbeck mit Geiseln quer durchs Land fahren.
Immer im Schlepptau: Polizei, Presse und Schaulustige. Mit Pistolen
an der Schläfe geben die Geiseln Interviews, die Täter Degowski und
Rösner suchen den Kontakt zu den Kameras. Der Zuschauer bekommt alles
mit. 54 Stunden sind die Geiselnehmer unterwegs und somit auch immer
wieder auf der Mattscheibe präsent. Jetzt arbeitet die ARD das Drama
von Gladbeck in einem Spielfilm auf. Aber braucht es einen solchen
Film überhaupt noch? Die Nation war doch quasi live dabei. Muss so
ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte wieder
aufgerollt werden? Ja, muss es. Fast mag man sagen, leider. Denn in
Zeiten, in denen Gaffer immer wieder mit härteren Gesetzen in die
Schranken gewiesen werden müssen, trifft der Spielfilm genau ins
Schwarze. Er zeigt, wohin Voyeurismus führt, wie schnell sich der
Mensch zu einer animalischen Kreatur entwickeln kann. Das ist hart,
aber die Wirklichkeit tut manchmal weh. Und das muss sie auch. Nur so
können wir aus ihr etwas lernen. Wir müssen auf brutale Art erfahren,
wie der Sensationsdrang des Menschen ausarten kann. Ein Spielfilm wie
„Gladbeck“ hilft, das eigene Handeln zu reflektieren. Ein
Kriminalfall darf nie wieder ein solches Ausmaß einnehmen. Wir haben
schon genug Reality Soaps im Fernsehen. Die reichen aus.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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