Die Weltwirtschaft erleidet in diesen Tagen eine
Angstattacke. Die Aktienkurse an den Börsen sind innerhalb kurzer
Zeit um ein Fünftel oder mehr gesunken. Schon ist von einer neuen
Rezession die Rede – fälschlicherweise. Denn die Daten der 40
wichtigsten Volkswirtschaften der Erde zeigen nahezu ausschließlich
Pluszeichen. Überall wachsen Gewinne, Umsätze und
Bruttoinlandsprodukt – nicht nur in diesem Jahr, vermutlich auch
2012. Gerade Deutschland ist auf gutem Wege. Frank-Jürgen Weise, der
Chef der Bundesagentur für Arbeit, sagt: Die Unternehmen stellen
zusätzliche Beschäftigte ein, die Zahl der Erwerbslosen geht zurück –
im kommenden Jahr vermutlich auf durchschnittlich 2,7 Millionen
Arbeitssuchende. Weil die Auftragsbücher vieler Firmen voll sind,
wird sich am positiven Trend vorerst nichts ändern. Woher aber kommt
dann die Angst an den Börsen? Mehreres macht Investoren und Analysten
Sorgen: Japan kommt aus der Stagnation nur schwer heraus. Europa
leidet unter der Schuldenkrise, und in den USA, der globalen Nummer
eins, fällt das Wachstum geringer aus als erwartet. Doch dem steht
auch Positives gegenüber. Nach und nach macht sich die Weltwirtschaft
unabhängiger von den USA. Schwellenländer wie China, Indien und
Brasilien liefern Zugkraft, die die USA nicht mehr bieten kann.
Außerdem hat Europa seine Schuldenkrise bislang trotz aller Kritik
gemeistert. Deshalb haben wir es allenfalls mit einer ökonomischen
Abkühlung zu tun, nicht aber mit einer bevorstehenden Rezession. Die
Börsen neigen zu Übertreibungen. Sie überzeichnen die Entwicklung –
in jede Richtung. In den vergangenen Monaten schossen die Kurse in
luftige Höhen. Nun stürzen sie ab – verstärkt durch automatische
Verkaufsorders und den Herdentrieb. Es handelt sich um eine
Korrektur, auf die wieder etwas mehr Ruhe folgen dürfte.
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