Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Coffee-to-go-Becher sind größtes Müllproblem in OWL Umweltschutz bis zur Nasenspitze Anneke Quasdorf

Kaffeebecher aus beschichteter Pappe sind ein
verhältnismäßig neues Sägeblatt, mit dem wir leise, aber beharrlich
an unserem Stuhl hier auf der Erde sägen. 320.000 Stück davon landen
bei uns in Deutschland im Müll – stündlich. Für ihre Herstellung
fällen wir Bäume, verbrauchen Rohöl, werfen nicht abbaubaren
Kunststoff weg. Und nehmen das alles in Kauf. Für ein Stück
Bequemlichkeit. Alles schlimm genug. Viel schlimmer aber ist die
Resignation, die einen befällt. Es könnte so einfach sein. Ist es
aber nicht. Nicht im bürokratischen Deutschland, wo ich nicht mal
meinen eigenen Becher unter die Kaffeekanne halten darf, um den
Pappbecher zu vermeiden. Nicht in unserer marktwirtschaftlich
orientierten Gesellschaft, in der es Unternehmern wichtiger ist, das
eigene Logo für die Werbung abzudrucken, als einen standardisierten
Pfandbecher anzubieten, den ein ganzes Land nutzen kann. Nicht in
unserem starren Verwaltungsapparat, wo Landespolitiker bei der
Entscheidung für lebensnahe, ökologische Projekte wie die Hasen im
Bau auf Entscheidungen aus Berlin warten sollen/wollen. In Sachen
Umweltschutz mahlen die Mühlen nicht nur langsam, sondern unmerklich.
Wir haben diese Zeit aber nicht mehr. Wir alle, nicht „die
Wirtschaft“, „die Politik“, „die Verbraucher“. Globalisierung ist das
Wort unserer Zeit, Länder, Gesellschaften, Systeme sind verflochten
wie nie zuvor. In Sachen Umweltschutz aber denkt nach wie vor jeder
nur an sich. Und nicht weiter als bis zur Nasenspitze. Das ist nicht
nur bestürzend. Das macht wütend. Und hilflos.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
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