Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Der Lückenschluss der A 33 ist komplett Die Mobilitätswende muss kommen Matthias Bungeroth

Es gibt nicht wenige Menschen in Ostwestfalen-Lippe, die
begründete Zweifel daran hegten, dass der endgültige Lückenschluss der Autobahn
33 jemals Realität würde. Insofern ist der 18. November 2019 ein durchaus
historischer Tag für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur der Region.
Allen, die an der Planung und dem Bau der Trasse, aber auch am kritischen
Diskurs teilgenommen haben, der dieses Verkehrsprojekt neben der A 30 bei Bad
Oeynhausen zum zähesten Bauvorhaben gemacht haben, das OWL jemals gesehen hat,
gebührt Respekt und Anerkennung. Denn der jetzt hinter uns liegende Prozess ist
ein Beleg dafür, dass Bürgerbeteiligung bei der Realisierung solcher
Infrastrukturprojekte kein Fremdwort ist und sein darf. Denn sie bringt Fakten
zutage, die man nicht einfach mit einem Federstrich vom Tisch wischen darf.
Während Vertreter der Wirtschaft zu recht darauf verwiesen, dass ein
Industrieland wie Deutschland die Kraft haben muss, solche Investitionsmaßnahmen
im Interesse des Erhalts der Arbeitsplätze und der florierenden Unternehmen der
Region auch in einem vertretbaren Zeitraum realisieren zu können, trieb
Naturschützer der Gedanke um, dass hier in einen hoch schützenswerten Naturraum
unwiederbringlich eingegriffen wird – mit Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt,
die noch nicht in ihrer endgültigen Konsequenz abschätzbar sind. Die von der
Trasse unmittelbar betroffenen Bürger trieb unter anderem die Frage um, wann
Ortsdurchfahrten wie in der Stadt Halle endlich von dem mörderhaften Verkehr
entlastet werden würden. Andere wiederum bangten um den Fortbestand, den Wert
oder die Ruhe im unmittelbaren Umfeld ihrer Immobilie, nicht wenige verloren den
Kampf mit den Behörden. So wurden Tausende Einwendungen beim Planungsprozess
abgearbeitet, rund 40 Trassen diskutiert und wieder verworfen, bis die nun
realisierte Variante vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig letztlich als
rechtmäßig durchgewunken wurde. Ein Schlusspunkt für die A 33, der richtig und
wichtig ist. Doch damit fällt zugleich der Startschuss für einen neuen Aufbruch.
Denn eines ist mit den Händen zu greifen: Die Mobilitätswende zu realisieren ist
eine der größten Zukunftsaufgaben für unsere Gesellschaft und die Politik, und
dieser müssen wir uns erfolgreich stellen, wie nicht nur die Debatte um den
CO2-Ausstoß in den Innenstädten zeigt. Der Primat des Individualverkehrs muss
abgelöst werden vom Primat der Nachhaltigkeit in der Mobilität. Das nützt sowohl
der Umwelt als auch der Wirtschaft und jedem Bürger – wenn dafür Voraussetzungen
in der Infrastruktur geschaffen werden, die noch in den Kinderschuhen stecken.

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