Seit Wochen protestieren in Spanien junge
Menschen für soziale und wirtschaftliche Reformen. Ein Treffen
zwischen den „Empörten“, wie sich die Demonstranten nennen, und dem
Papst gab es beim Weltjugendtag in Madrid nicht – eine verpasste
Chance. Denn mit einem solchen Dialog hätte sich die katholische
Kirche vielen jungen Menschen, die sich von ihr abgewandt haben,
wieder annähern können. Tatsächlich haben gläubige Christen und die
Empörten einige Schnittstellen: Sie fordern mehr Solidarität, eine
Gesellschaft, die auch die Schwachen stützt, die Menschen als Wesen
mit Seele statt nur als Wirtschaftsfaktor versteht. Der Papst hätte
in Madrid die hohe spanische Jugendarbeitslosigkeit direkt ansprechen
können, die Unruhen in London. Er hätte Politiker auffordern können,
orientierungslosen jungen Menschen wieder Perspektiven zu bieten.
Stattdessen wurde ein Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del
Sol für den Weltjugendtag geräumt. Dabei könnte Gläubige und Empörte
die Wut über Ungerechtigkeit einen – genau wie der Glaube, dass diese
Welt eine bessere werden kann.
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