Soviel ist sicher: Der Aufstand gegen Libyens
Despoten Muammar Al Gaddafi hat die Hauptstadt Tripolis erreicht und
damit die entscheidende Phase. Wie lange der blutige Kampf noch
dauern wird, kann niemand sagen. Allein an Gaddafi selbst liegt es,
wie viele Opfer es noch geben wird. Das beste was er tun kann, ist
endlich aufzugeben. Der Westen sollte sich schleunigst Gedanken
darüber machen, wie es nach Gaddafi weitergehen kann. Ohne die
Luftangriffe der NATO hätten die Rebellen den Sieg nicht in
Reichweite. Vielmehr lägen sie zu Tausenden hingemetzelt in den
Straßen von Bengasi und al-Brega. Dieses kriegerische Faustpfand der
Hilfe muss die NATO jetzt für friedliche, politische Ziele einsetzen.
Möglicherweise hat die Allianz dadurch ein Gewicht und eine
Verantwortung gewonnen, womit der Übergang in eine Zivilgesellschaft
möglich werden kann. Ihre Repräsentanten könnten als Unterhändler
zwischen den vielen Stämmen und Flügeln der Aufständischen vermitteln
und verhindern, dass die nach einem Sieg übereinander herfallen. Dazu
gehört aber Größe. Denn es ist wahrscheinlich, dass islamische Kräfte
in Tripolis an Einfluss gewinnen. Das müsste der Westen akzeptieren,
wollte er den „ehrlichen Makler“ geben. Darin liegt sogar eine
Chance, die über Libyen hinaus geht.
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