Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Weichen für Westfalentarif gestellt Unter Zugzwang Matthias Bungeroth

Der wichtigste formelle Schritt ist getan. Mit
dem Gründungsbeschluss für eine Westfalen Tarif GmbH haben die
zuständigen Organisationen des öffentlichen Personennahverkehrs einen
Zug ins Rollen gebracht, der nun nicht mehr zu stoppen sein sollte.
Der Westfalentarif wird zum 1. August nächsten Jahres kommen. Das ist
ein Riesenschritt auf dem Weg zur Vereinfachung des heute vielfach
für Fahrgäste kaum durchdringlichen Tarif-Dschungels. Die Formel der
Macher des Westfalentarifs lautet: Aus fünf mach eins. Gibt es heute
zwischen Rahden, Brakel, Bielefeld, Münster, Siegen, Paderborn und
Dortmund fünf Tarifzonen, so wird es künftig nur noch eine sein.
Egal, ob man Busse oder Bahnen nutzt. Das kann dem Nutzer des
öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nur recht sein. Allerdings
wird die Öffentlichkeit darauf achten müssen, dass die Einführung des
neuen Westfalentarifs nicht zugleich als Mittel zum Zweck einer
kalten Tariferhöhung missbraucht wird. Das wäre absolut
kontraproduktiv. Denn der neue Einheitstarif soll ja niemanden vom
ÖPNV abschrecken, sondern im Gegenteil dazu beitragen, dass er für
die Fahrgäste noch attraktiver wird. Die Voraussetzungen hierfür
scheinen denkbar günstig. Insofern sind nun die Gremien in den
Kommunen und bei den Verkehrsunternehmen durchaus unter Zugzwang, den
Weg für den Westfalentarif auch tatsächlich frei zu machen. Ein
Scheitern bei diesem Fortgang des Prozesses wäre für alle Beteiligten
nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung ein wahres Desaster.
Westfalen-Lippe hat die große Chance, im Nahverkehr durchaus
Geschichte zu schreiben. Denn der ÖPNV muss insbesondere in der
Tarifstruktur einfacher durchschaubar werden. Zudem gibt es im
Vertrieb Herausforderungen, die gemeinsam besser lösbar sind, wie
etwa E-Tickets. Dass die neue Tarifgesellschaft ihren Sitz in
Bielefeld bekommt, ist angemessen. Bei der OWL Verkehr GmbH sitzen
Fachleute, die sich in der Modernisierung der Tarifstrukturen in der
Fläche bestens auskennen. Die Tarifdatenbank für den Westfalentarif
soll in Münster, die Kommunikation in Unna angesiedelt werden. So
sieht der westfälische Friede in Sachen Nahverkehr aus. Jetzt heißt
es: Anpacken und Loslegen!

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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