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Neue Westfälische (Bielefeld): Terroranschlag in Manchester Perverse Tat Jochen Wittmann, London

Der Bombenanschlag von Manchester hat eine neue
Qualität: Ziel war ein Popkonzert, das vor allem Jugendliche anzog.
Wer ist so krank, ein Blutbad unter Kindern anrichten zu wollen? Die
kurze Antwort: der sogenannte Islamische Staat (IS), die Terrormiliz,
die die Verantwortung für die Bluttat übernommen hat. Erst kürzlich
hatte der IS die Parole ausgegeben, Anschlage auf Konzerthallen
auszuführen: Dort könne man „die Ungläubigen zusammentreiben und sie
massakrieren“. Ein Massaker hat der Selbstmordattentäter in
Manchester tatsächlich anrichten können. So pervers die Untat ist, so
folgt sie doch der unbarmherzigen Logik des Terrorismus: Je
schrecklicher, je unmenschlicher der Anschlag, desto wirksamer. Nun
sind die Briten eine Nation, die mit dem Terror eine lange Erfahrung
hat. Seit den 70er Jahren sah sich das Königreich einer
Bombenkampagne durch die nordirische Untergrundorganisation IRA
ausgesetzt, und das Land steht auf der Liste der Angriffsziele von El
Kaida und IS. Premierministerin Theresa May unterstreicht den
britischen Widerstandsgeist angesichts nationaler Bedrohungen: Man
habe Konflikt und Terrorismus jahrelang ausgehalten, man werde sich
niemals davon unterkriegen lassen. Diese Art von mutmachender
Resolutheit kann die Nation zur Zeit gut brauchen. Die
Sicherheitskräfte müssen immer erfolgreich sein, während die
Terroristen nur einmal Glück brauchen. Die britische Polizei und die
diversen Nachrichtendienste wie MI5 und der Abhördienst GCHQ haben in
der Vergangenheit einen Anschlag nach dem anderen verhindern können.
Diesmal konnte der Attentäter durchs Netz schlüpfen.
Sicherheitsexperten melden, dass das Tempo bei der Terrorabwehr in
den letzten Monaten deutlich erhöht wurde, mit durchschnittlich einer
Festnahme pro Tag. Und doch warnt die Polizei, weitere Terrortaten
seien fast unvermeidbar. Der Selbstmordanschlag von Manchester lässt
bei Sicherheitsexperten insbesondere deshalb die Alarmglocken
schrillen, weil er offenbar sorgfältig geplant war. Einen Sprengsatz
herzustellen braucht Expertise. Es ist wahrscheinlich, dass nicht ein
Einzeltäter, sondern eine ganze Reihe von Terroristen beteiligt
gewesen ist. Auch der Umstand, dass die Identität des Täters den
Sicherheitskräften nach dem Anschlag schnell bekannt war, deutet
darauf hin, dass der Terrorist womöglich im Vorfeld schon einmal
auffällig geworden ist. Die Briten sind erfüllt von schierem
Entsetzen. Doch sie werden sich auch diesmal nicht vom Terror
einschüchtern lassen. Denn das hieße, ihn siegen zu lassen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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