NRW-Firmen lassen Rechnungen länger liegen

Die Zahlungsmoral der nordrhein-westfälischen Unternehmen hat sich infolge der Corona-Krise bereits spürbar verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Verband der Vereine Creditreform, die der Düsseldorfer Rheinischen Post (Dienstagsausgabe) exklusiv vorliegt. Im Zeitraum Januar bis April 2020 stieg das Volumen unbezahlter, überfälliger Rechnungen in NRW demnach von 1,56 Milliarden auf 1,68 Milliarden Euro. Dabei floss in die Berechnung laut Creditreform der Shutdown, also das Herunterfahren der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie, bisher nur mit einer Woche ein. Wie sich weiterhin an den Zahlen ablesen lässt, zahlten die Unternehmen ihre Rechnungen auch immer später. Die in den Zahlen erfasste Shutdown-Woche bewirkte demnach, dass die überfälligen Rechnungen im Durchschnitt einen halben Tag länger liegen blieben und damit insgesamt fast 41 Tage lang. Dazu sagte Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW: „Viele Unternehmen befinden sich in einer zum Teil existenziell dramatischen Situation.“ Der Rettungsschirm der Landesregierung von 25 Milliarden Euro vor diesem Hintergrund sei ein ganz starkes Signal an die Unternehmen im Land. Bei der Vergabe von Notfallkrediten durch die Banken hake es aber noch vielfach. „Ich begrüße daher sehr, dass die Bundesregierung entschieden hat, Kredite bis zu 800.000 Euro für Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten über Bürgschaften der KfW zu 100 Prozent abzusichern.“ In den nächsten Wochen werde es immer wieder darauf ankommen, die Instrumente passgenau zu schärfen.

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