Die Fallzahlen der behandlungsbedürftigen
Depressionen unter Kindern und Jugendlichen steigen rapide. Klar: Das
liegt teilweise am medizinischen Fortschritt; daran, dass tiefe und
verfestigte Traurigkeit und Trübsinn nicht mehr allein als Ausdruck
pubertärer Irrungen und Wirrungen angesehen werden. Aber die
Entwicklung zeigt auch, dass viele Heranwachsende zerbrechen unter
dem Druck, der auf ihnen lastet, wenn sie zu möglichst rasch und
effizient verwertbarem Humankapital geschmiedet werden. Die
gnadenlose Ökonomisierung der Kindheit gebiert eben nicht nur schlaue
und flexible Leistungsträger; sie lässt auch ein Heer von jungen
Menschen heranwachsen, die dringend Hilfe brauchen. Hoffentlich kann
die Gesellschaft ihnen diese Hilfe in Zukunft bieten.
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