Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Beben an der Börse

Die Börse ist im Zeitalter des billigen Geldes zu
einem Schlachtfeld für Spekulanten und Zocker verkommen. In immer
kürzeren Abständen bricht Panik aus, beben die Finanzmärkte und
zittern die Anleger. Die Börse – ein Spiegelbild der wirtschaftlichen
Entwicklung? Vergessen Sie–s! Daher greift es zu kurz, die
Achterbahnfahrt der Aktienkurse auf Dollarschwäche oder
Staatsschulden-Krise zu reduzieren. Weltweit werden heute Anleihen,
Derivate, Aktien oder Rohstoffe im Wert von 600 Billionen Dollar
gehandelt. Die gesamte Menschheit erarbeitet aber nur ein
Bruttoinlandsprodukt von 60 Billionen Dollar im Jahr. Befeuert wird
dieser Wahn durch den Hochfrequenz-Handel, bei dem Finanzpapiere in
Sekundenbruchteilen gedealt werden. Die Zocker verdienen fast immer –
ob an steigenden oder fallenden Kursen. In den USA gehen bereits 60
Prozent aller Aktiengeschäfte auf den ultraschnellen Handel zurück,
in Deutschland 40 Prozent. In diesem Computer-Krieg mutieren
Kleinaktionäre zu Kanonenfutter.

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