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ots.Video: Bankenverband: Wirtschafts- und Finanzkrise noch nichtüberwunden

„Die aktuelle Verfassung der deutschen Konjunktur ist
ausgezeichnet. Die im zweiten Quartal beim Wirtschaftswachstum fast
erreichten „chinesische Dimensionen“ werden wir aber nicht dauerhaft
halten können“, erklärte Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender
Vorstand des Bankenverbandes, bei der Vorstellung des aktuellen
Konjunkturberichts in Berlin. Es sei bereits abzusehen, dass die
Erholung in Deutschland im bisherigen Rekordtempo nicht weitergehen
könne. Neben Nachholeffekten der Bauwirtschaft, die das
Wirtschaftswachstum zuletzt überzeichnet hätten, werde in den
kommenden Monaten der weltwirtschaftliche Rückenwind für die deutsche
Wirtschaft spürbar nachlassen. „Ein Abgleiten in eine neuerliche
Rezession ist aber nicht zu befürchten“, so Weber, „dafür ist die
Ausgangslage zu stabil“. Eine überarbeitete Prognose zum
Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr sowie für 2011 werde der
Bankenverband auf der halbjährlichen Konjunktur Pressekonferenz am
16. September veröffentlichen.

Angesichts der sich bereits abzeichnenden Verlangsamung der
wirtschaftlichen Entwicklung warnte Weber davor, die Finanz- und
Wirtschaftskrise in Deutschland als erledigt zu betrachten. „Die
Staatschuldenproblematik wird noch längere Zeit auf der Agenda
bleiben und ein potenzielles Risiko für die Finanzmärkte darstellen“,
erläuterte Weber. Außerdem würde die Bereinigung der strukturellen
Probleme vor allen in den Ländern mit Immobilienmarktkrisen und hohen
Leistungsbilanzdefiziten noch einige Zeit und erhebliche
Anstrengungen verlangen. Dies ginge mit einem niedrigeren
Wachstumstrend einher.

Laut Weber müssten auch die potenziellen Folgen der geplanten
regulatorischen Änderungen für den Bankensektor sorgfältig im Auge
behalten werden: „Erste Studien zeigen, dass strengere Eigenkapital-
und Liquiditätsanforderungen für Banken nicht ohne Auswirkungen auf
das Wirtschaftswachstum bleiben werden“. Das gelte in besonderer
Weise für den Euro-Raum, da hier die Unternehmensfinanzierung viel
stärker über Bankkredite erfolge als etwa in den USA, Großbritannien
oder Japan. Hinzu kämen weitere Belastungen des Finanzsektors wie die
geplante Einführung einer Bankenabgabe oder möglicherweise eine
Sonderbesteuerung von Banken.

Die neuen Standards würden sich aber auch in Nachfrageänderungen
am Kapitalmarkt – etwa zulasten von Unternehmensanleihen und
zugunsten von Staatsanleihen niederschlagen, wodurch die Liquidität
in einigen Kapitalmarktsegmenten sinken könnte. Zudem sei ein Trend
zu eher kürzeren Laufzeiten im Kreditbereich eine denkbare Reaktion
der Banken auf die Regulierungsüberlegungen. In der gesamten
Regulierungsdebatte müssten kumulative Wirkungen und nicht gewollte
Nebeneffekte solcher Einzelschritte stärker berücksichtigt werden als
bisher. Die Einführung müsse in einem Zeitrahmen erfolgen, der die
nötige Zeit zur schrittweisen Anpassung lasse, forderte Weber.

Dieses Video finden Sie auch unter:
http://www.presseportal.de/link/YouTube
http://www.presseportal.de/link/sevenload
http://www.presseportal.de/link/YahooVideo

Unter folgenden Adressen können Sie das Video herunterladen:
http://www.presseportal.de/go2/Bankenverband_0810_flv
http://www.presseportal.de/go2/Bankenverband_0810_mp4

Pressekontakt:

Volker Knauer
Pressesprecher
Bundesverband deutscher Banken
http://www.bankenverband.de
Burgstrasse 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 1663-1210
Telefax: (030) 1663-1299
E-Mail: pressestelle@bdb.de

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