Piraten Niedersachsen: Schutz bei Tierversuchen darf nicht nur ein Placebo sein

Am 15.10. wurden Beschwerden über den
Betrieb einer Tierversuchseinrichtung in Mienenbüttel, Landkreis
Harburg, bekannt. [1] Die daraufhin vorgenommene erste Untersuchung
des LAVES – Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit kommt zu der Einschätzung, dass lediglich
Unstimmigkeiten in den Genehmigungsunterlagen zu finden sind [2].

“Es ist erschütternd, dass all das, was mittels Bildern und Filmen
belegt ist, rechtmäßig sein soll. Hier zeigt sich einmal mehr, dass
die Tierversuchsgesetzgebung nicht ausreichend ist, Tierleid in
Versuchseinrichtungen zu unterbinden. Es bedarf somit dringend einer
wirksamen Verschärfung. Das zeigt sich schon daran, dass es
offensichtlich für asiatische und US-amerikanische Unternehmen
offensichtlich sinnvoller ist, derartige Versuche in Niedersachsen
durchführen zu lassen, als in den eigenen Staaten unter den eigenen
gesetzlichen Vorgaben,” stellt Thomas Ganskow, Vorsitzender der
Piratenpartei Niedersachsen, entsetzt fest.

Die Piratenpartei fordert wirksame Erweiterungen im
Tierversuchsgesetz des Bundes.

“Genehmigungen für Tierversuche sind abhängig vom “Schweregrad”
unterschiedlich zu genehmigen. Versuche, die großes Leid über lang
anhaltenden Zeitraum verursachen, sollen erheblich schwieriger zu
genehmigen sein als Versuche, die kein oder nur sehr kurzfristig Leid
verursachen. Genehmigungsverfahren sollen transparent und
nachvollziehbar sein. Im nichtmedizinischen Bereich, wie zum Beispiel
für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, lehnen wir Tierversuche ab.
Dies gilt auch für Versuche bezüglich einzelner Bestandteile der
Produkte,” stellt Adam Wolf, Politischer Geschäftsführer der Piraten
Niedersachsen, Elemente des Bundesprogramms [3] vor. “Wäre das schon
jetzt Realität, hätten die meisten Aufnahmen zu den Vorgängen in der
Versuchseinrichtung gar nicht gemacht werden können. Man muss also
feststellen, dass das, was bislang in diesem Bereich an rechtlichen
Regelungen besteht, bestenfalls als Placebo bezeichnet werden kann.
Hier muss die Landesregierung ihre Möglichkeiten nutzen, die
Umsetzung einer ansatzweise wirksamen EU-Tierversuchsrichtlinie
endlich vorzunehmen. Warum das bis Ende 2020 dauern soll, ist nicht
nachvollziehbar. [4]”

[1] https://www.mdr.de/video/mdr-imersten-videos/c/video-346202.html
[2] http://ots.de/l5k4dz
[3] http://ots.de/ZptTH6
[4] http://ots.de/y95hPJ

Pressekontakt:
Piratenpartei Niedersachsen
Thomas Ganskow
Haltenhoffstr. 50
30167 Hannover

Mail: vorstand@piraten-nds.de
Tel.: 0511-92050912 (zeitweise AB)

Original-Content von: Piratenpartei Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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